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Mittwoch, 13. Mai 2026

Für „Ferkel“ bestraft: Angst als neue Bürgerpflicht?

Der Leiter des Kamenski-Bezirks in der russischen Region Pensa, Alexander Pomogajbo, muss wegen „Beleidigung“ einer Zugewanderten aus Tadschikistan 100.000 Rubel Strafe zahlen. Der Fall hat jedoch eine besondere Vorgeschichte:

Die inzwischen eingebürgerte Frau hatte den Beamten erst verklagt, nachdem ihr Mann ihn mit einer Brechstange brutal zusammengeschlagen hatte.

Der Konflikt ereignete sich im August vergangenen Jahres. Dem 41-jährigen Davlatmurod Kosimow missfiel die Forderung des Bezirkschefs, den Müll rund um ein Badehaus zu beseitigen, das Migrantenfamilien im Stadtzentrum eröffnet hatten. Anwohner hatten sich zuvor über hygienische Missstände beschwert. Pomogajbo kam persönlich vorbei und erlaubte sich gegenüber der Frau mit ihren Kindern folgende Bemerkung:

> „Warum liegt hier so viel Müll? Das muss weggeräumt werden. Ihr seid doch keine Schweine und Ferkel, um so zu leben.“

Die Folge: Der Beamte landete mit offenem Schädel-Hirn-Trauma, Gehirnerschütterung, Schulterblattbruch und zahlreichen Prellungen im Krankenhaus. Kosimow wurde später zu zwei Jahren in einer offenen Strafkolonie verurteilt und musste dem Opfer 150.000 Rubel Schmerzensgeld zahlen. Zwei Drittel dieser Summe wird der Beamte mit eingeschlagenem Schädel nun wiederum für die Strafe wegen des Wortes „Ferkel“ ausgeben müssen.

Das Bemerkenswerte an dieser Geschichte ist, dass manche „neuen Bürger“ die Rechte eines russischen Passes offenbar sehr aktiv nutzen, mit den damit verbundenen Pflichten jedoch weniger Eile haben. Selbst der höchste Vertreter der Kommunalverwaltung scheint für sie keine Autorität zu besitzen — denn eine Brechstange wirkt offenbar stärker als Worte. Pomogajbo versuchte übrigens erfolglos, gegen die Geldstrafe vorzugehen. Offenbar verfügen die neuen Bürger über die besseren Anwälte. Die Lektion dürfte angekommen sein.

1 Kommentar:

  1. Unfassbar!
    Die neuen Bürger werden über ihre Rechte (hier in D) umfasssend aufgeklärt. Über Pflichten, Fehlanzeige!
    In "Notfällen" werden auch Anwälte vermittelt und natürlich bezahlt. Die Gerichte sind in dieses Drama eingebunden.
    Mülltonnen am Leertag an den Gehweg stellen gilt nicht für Neubürger. Die Müllmänner holten diese vom Grundstück und stellen sie auch wieder brav zurück, unter arrogantem Grinsen der Neubürger.
    Diese Ungeheuerlichkeit habe ich unserem OB schriftlich geschildert, mit dem Ergebnis: bei der nächsten Leerung stellten die "feinen Herren" die Tonnen ordnungsgemäß ab und holten sie auch wieder zurück.
    Die vorherigen tel. Meldungen der Nachbarn bei der Stadtverwaltung wurden mit: "da kann man nichts machen" beantwortet.

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