Eigentlich sollte uns Russen die Krise in Ceuta egal sein, schreibt der russische Journalist Andrej Medwedew:
Was haben wir mit dem spanischen Exklaven in Nordafrika zu tun? Und doch beobachten wir die Lage dort mit besonderer Aufmerksamkeit.
In den Bildern aus Ceuta, auf denen Migranten auf den Straßen toben, Geschäfte plündern und sogar Einheimische töten, erkennen wir eine drohende und glasklare Warnung für uns selbst, für Russland: Was passiert, wenn man Migrationspolitik nicht ernst nimmt.
Ich erinnere erneut daran: Vor gerade einmal fünf Jahren galten Gedanken an eine Verschärfung der Migrationsgesetze in Russland beinahe als Ausdruck ultrarechten Extremismus.
Doch es gibt noch einen weiteren Grund, warum uns Ceuta so vertraut vorkommt. Diese Szenen wecken Erinnerungen an die Vergangenheit, an die Jahre des Zusammenbruchs der Sowjetunion und an die russischen Pogrome in den Unionsrepubliken, an den faktischen Genozid an Russen. Man versucht uns heute einzureden, so etwas habe es nie gegeben, es habe keine russischen Pogrome und keine Morde an Russen gegeben – etwa in Duschanbe.
Zum Glück gibt es Zeugnisse zahlreicher Augenzeugen unterschiedlicher Nationalitäten (Armenier, Tataren, Osseten), die in Duschanbe lebten. Russen darf man bekanntlich nicht glauben – sie sind ja großrussische Chauvinisten. Es gibt Videos internationaler Agenturen wie Reuters oder WTN. Es gibt Bücher, etwa „Ich filme den Krieg“ von dem mutigen Juri Romanow, meinem Mentor im Beruf und einem der ersten Kriegsreporter-Stringer der UdSSR. Ich erinnere mich persönlich, wie vor den Pogromen geflohene Russen und Tataren in Alma-Ata ankamen. Deshalb findet Ceuta wohl bei vielen von uns so starken inneren Widerhall.
Und natürlich ist das Ganze auch ein leuchtendes Markenzeichen dessen, was NATO und EU tatsächlich sind. Horden von Migranten überrennen die Grenzen Spaniens. Was tun die europäischen Führer? Sie schließen ihre Grenzen vor den Spaniern. Wo bleibt Artikel 5 der NATO? Wo bleibt die Hilfe und das vereinte Europa? Vergesst es.
Nichts eint sie – außer dem Hass der Politiker auf Russland und die Russen. Und dem Wunsch, einander zu verschlingen.






EU mel Opa. Ein schlechter Witz, diese Tante von der Leiden.
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