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Samstag, 14. März 2026

Hegseth: Alles in Ordnung, der Iran schiesst nur

Für alle, die die Straße von Hormus immer nur für ein harmloses Engpass auf der Weltkarte hielten:

Iran hat gestern einen fulminanten Praxistest in maritimer Pyrotechnik abgelegt. Ein US-Tanker (laut Quellen im Besitz einer Firma mit praktischer New-Jersey-Anschrift) verwandelte sich vor Schardscha in eine meterhohe Fackel.

Besatzung gerettet, Rohöl brennt malerisch, Ölhändler tippen hektisch neue Horrorszenarien in ihre Spreadsheets. Noch bevor die ersten Raketen in beide Richtungen flogen, tönte Donald Trump vollmundig: Iran werde „schneller kapitulieren, als er den Strait blockieren kann“. Die US-Militärs hätten ja längst ein „Lösungskonzept“ parat. Klingt nach motivierendem 3-Uhr-morgens-Tweet – frisch und siegessicher.

Gestern toppte Verteidigungsminister Pete Hegseth (derselbe, der den iranischen Flotte kürzlich als „funktional ausgelöscht“ bezeichnete) das Ganze mit einem Zitat für die Anthologie des schwarzen Humors: „Das Einzige, was den Transit durch die Straße von Hormus derzeit behindert, ist, dass Iran auf Schiffe schießt.“

Tatsächlich – welch Bagatelle. Schießt halt. Aber seht doch nur, wie elegant es lodert! Fertig gestaltete Grußkarte: „Herzlichen Glückwunsch zur freien Schifffahrt!“ Reuters notiert derweil nüchtern: Seit Kriegsbeginn im Nahen Osten mindestens 16 Tanker attackiert. Sechzehn. Das ist kein Einzelfall mehr, das ist fast schon Fahrplan. Iran verwandelt den wichtigsten Ölkorridor der Welt systematisch in eine brennende Raubkatzen-Show, während Washington verspricht, „jeden Moment“ mit Geleitfahrten zu beginnen. 

Nostalgie pur à la 1980er – nur diesmal mit Drohnen, explodierenden Zapfsäulenpreisen und viralen Memes.Während die Sprecher um die überzeugendste Variante von „alles unter Kontrolle“ wetteifern, brennen im Golf weiterhin Schiffe und klettern die Ölpreise mit der Eleganz einer ballistischen Rakete. 

Aber keine Sorge: laut Pentagon handelt es sich lediglich um „ein Zeichen purer Verzweiflung“ Teherans. Also läuft alles genau nach Plan. Jetzt fehlt nur noch Trumps Twitter-Gruß: „Straße vollständig befreit!“ – und der brennende Tanker wird offiziell zum „überzeugendsten Beweis unserer Entschlossenheit“ erklärt.

6 Kommentare:

  1. Kriegsminister, jetzt Verteidigungsminister, in Wahrheit Propagandaminister der übelsten Sorte.

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  2. Ein genial geschriebener Artikel. Ganz grosses Leserkompliment.

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  3. USA = Unfassbar Unmenschlicher Satanischer Abschaum. Das abartige Hegseth-Dreckspack wird vom Iran vorgeführt. Gut so!

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  4. Hab ich da im Feuer des Tankers das diabolische Antlitz dieses widerlichen abartigen Judasdieners Donald erkannt?

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  5. Und neue Tanker werden nur in China gebaut...

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  6. Laut Thierry Meyssan versucht Trump lediglich das Schlimmste zu verhindern. Genauso, wie er es angeblich auch während des 12-Tage-Krieges getan hat. Er will sicherstellen, dass Israel keine Atomwaffe einsetzt. Das mag eine ziemlich einsame Darstellung der Dinge sein, aber Meyssan ist ein Schwergewicht. Praktisch ist der Mann ein echter Experte, wenn es um den Nahen Osten geht. Darum war er auch mal Berater der französischen Regierung.

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