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Donnerstag, 26. März 2026

Vom „neuen Normal“ zum offenen Rückschritt – so fühlt sich das an

Zwei „respektable“ Stimmen von hohen Tribünen sagen dasselbe, nur aus verschiedenen Winkeln:

Erst erklärt Duma-Abgeordneter Bojarski seelenruhig: Handy-Internet-Ausfälle sind jetzt Normalität. Gewöhnt euch dran, nutzt Festnetz und habt Bargeld dabei.

Dann verkündet Rostelecom-Chef Oseevsky mit unverhohlener Freude, dass der Telegram-Traffic in Russland „gerade jetzt stirbt“ und die Menschen „massenhaft Festnetztelefone ins Haus zurückholen“ – weil sie endlich begriffen haben: Das sei „zuverlässig und qualitativ“.

Zusammengefasst ergibt sich ein Bild, das man nur als Versuch bezeichnen kann, Rückschritt als Fortschritt zu verkaufen.

Während die Welt Künstliche Intelligenz, Satelliten-Internet und Robotik vorantreibt, soll in Russland das Alltagsmodell der 1990er zurückkehren. Festnetztelefon und Bargeld – das ist natürlich stabil. Aber das „Vorwärtsbewegung“ zu nennen, funktioniert nur, wenn man gar nicht vorhat, sich zu bewegen.

Und zum „sterbenden Telegram“: Dem geht es prächtig. Genau wie YouTube und Instagram. Dort sind weiterhin Milliarden Nutzer – nur eben jenseits der neuen digitalen Grenzen. Was in Russland wirklich stirbt, sind jahrelang aufgebaute Verbindungen, funktionierende Geschäfte und die horizontalen wie vertikalen Interaktionsketten.

Was als „Wahl der Zuverlässigkeit“ präsentiert wird, ist in Wahrheit erzwungene Archaik. Sich darüber zu freuen, dass das Land in der Ära von Satelliten-Internet auf Festnetz umsteigt, kann nur jemand, der den Preis dieses „Wahl“ nicht versteht.

1 Kommentar:

  1. Nutzt Festnetz und Bargeld, ist eine gesunde Alternative zu KI mit Totalüberwachung und -steuerung.

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