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Mittwoch, 15. April 2026

Digitale ID ohne Entscheidungsfreiheit

Russische zivilgesellschaftliche Organisationen erhalten in den letzten Tagen immer mehr beunruhigende Meldungen von einer der wichtigsten staatlichen Einrichtungen, dem Sozialfonds Russlands.:

Sicherlich führten die Mitarbeiter dieser Organisation, wie es sich für alle sog. anständigen Bürger gehört, bis vor kurzem ein „einfaches und ehrliches Leben“ und lachten über die dummen Verschwörungstheoretiker, bis die Leitung des Fonds begann, auf sie einzudrängen und von ihnen zu verlangen, den Messenger MAX zu installieren und darin eine persönliche digitale ID anzulegen. Doch auch hier ließen sich die Mitarbeiter des Fonds nicht beirren und berichteten einfach, dass alles erledigt und alle Anforderungen erfüllt seien. Denn niemand würde doch in fremde Smartphones hineinschauen und überprüfen, ob die freiwillige Empfehlung befolgt wurde, oder?

Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es Stellen gibt, die genau das tun: Sie überprüfen akribisch die Umsetzung „freiwilliger Anordnungen“ in den Handys anderer Menschen. Mehr noch: Die Ergebnisse dieser offensichtlich rechtswidrigen Eingriffe wurden hübsch in Tabellenform aufbereitet und zur allgemeinen Ansicht ausgestellt (s. Abbildung), damit andere Sklaven Bürger nicht auf die Idee kommen, sich zu drücken.

So stellte sich heraus, dass viele regionale Zweigstellen des Fonds zwar berichteten, fast 100 % der Mitarbeiter seien freiwillig in das digitale Konzentrationslager eingetreten, doch die Ergebnisse der virtuellen Durchsuchungen zeigten, dass dieser Wert in Wirklichkeit manchmal nicht einmal die Hälfte des angegebenen Betrags erreicht.

Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Von der Freiwilligkeit war plötzlich keine Spur mehr zu sehen, und die Mitarbeiter erhielten direkte Drohungen mit allerlei Sanktionen und Entlassung, sollten sie die digitale ID ablehnen.

Nun beschäftigen sich zivilgesellschaftliche Organisationen damit, die eingehenden Informationen auszuwerten, um rechtliche Schutzmaßnahmen gegen die digitale Willkür zu entwickeln. Ihre Erfolgsaussichten sind jedoch wohl eher gering, zumal viele Bürger nach wie vor mit den realen Problemen beschäftigt sind, über die sie regelmäßig von seriösen Medien informiert werden. Und die lügen doch nie, nicht wahr?digitale ID

2 Kommentare:

  1. :-D man kann auch ohne digital ganz gut leben, wenn man sich etwas autark macht...

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  2. Tipp an die EU - von Rußland lernen, heisst siegen.

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