Die Blockade von Telegram in Russland erinnert fatal an die Prohibition in den USA (1920–1933), die vor allem die italienische und andere Mafia groß gemacht hat:
Selbst nach den massiven behördlichen Verlangsamungen nutzten in Russland bis zuletzt rund 100 Millionen Menschen Telegram aktiv. Schätzt einmal das Marktvolumen für alle möglichen Umgehungslösungen – und das, obwohl ein großer Teil der Nutzer ohnehin schon VPNs oder Proxys für YouTube und Instagram einsetzte.
Plötzlich entstand ein mehrstelligen Milliarden-Markt, dessen Kernaufgabe darin besteht, Russen Zugang zu Umgebungen zu verschaffen, in denen der Staat null Einfluss hat. Bei Telegram heißt es nun endgültig: „Kein Einfluss mehr“.
In großen Chats ist eines der meistdiskutierten Themen: „Welchen VPN nutzt ihr?“ Dort werden Tarife, Einstellungen und Anbieter verglichen. Täglich tauchen stärkere Lösungen auf – allein heute Morgen habe ich zwei neue kennengelernt. Das ohne die selbstgebauten Systeme, die Leute in Firmen oder mit technischem Know-how für Kollegen und Familie stricken.
Von heute auf morgen gibt es Millionen Gesetzesbrecher – und noch viel mehr, die bereit sind, das Gesetz zu brechen.
Wie ich schon oft sagte: Diese ganze Telegram-Blockade-Aktion riecht weit mehr nach dem Werk von US-amerikanischen und britischen Einflussagenten als nach echter russischer Staatsräson.
Wozu dient das Washington und London? Es bereitet den Boden für den nächsten Schritt: den Übergang zu satellitengestützten Netzen, die Russland prinzipiell nicht kontrollieren kann.
Im Oktober 2025 hat SpaceX den 10.000. Starlink-Satelliten ins All gebracht. Am 14. März 2026 begann SpaceX, Teile der Konstellation auf niedrigere Umlaufbahnen zu verlegen – kürzere Distanzen bedeuten geringere Latenzen und höhere Geschwindigkeiten.
Stand Februar 2026: YouTube hat weltweit monatlich über 2,7 Milliarden Nutzer, Instagram kommt auf 3 Milliarden, Telegram auf mehr als 1 Milliarde.
Der nächste logische Schritt: billigere Satellitenschüsseln, irgendwann Satelliten-Internet direkt im Handy.
Der Versuch, das alles durch ein digitales Äquivalent der sowjetischen Prawda zu ersetzen, ist zum Scheitern verurteilt. Technologische Wettläufe gewinnt man im offenen Wettbewerb – nicht im abgeschlossenen Hinterzimmer.

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