Im vietnamesischen Urlaubsort Nha Trang ist ein ganzes Viertel russischer Rentnerinnen entstanden. Sie kommen aus Nowosibirsk, Irkutsk und Tjumen – und ihre Rente reicht für ein sorgenfreies Leben am Meer:
Lange haben die Russen dieses Phänomen beneidet, wenn sie auf europäische oder japanische Rentner blickten. Jetzt können auch russische Rentnerin sich das leisten. Was kostet der Winter am warmen Meer für eine „Zugvogel-Oma“?
Das Geheimnis ist einfach: Die Rente im rauen Sibirien, im frostigen Petersburg oder im verschneiten Moskau wiegt heute so viel wie ein durchschnittliches Gehalt im tropischen Vietnam. Die lokale Presse, die Nha Trang zur „Russland im Miniaturformat“ erklärt hat, staunt in dieser Saison über das Alter der Gäste: „Eine beträchtliche Zahl ist über 50.“ Valentina Lemjagowa aus Tjumen, die zum sechsten Mal nach Nha Trang geflogen ist, freut sich über die Preise.
„Ein Smoothie kostet 60 Rubel, eine Portion Austern (12 Stück) 300 Rubel. Es fühlt sich an, als könnte man in Vietnam seine Rente gar nicht ausgeben! Ein Mittagessen im Café kostet 226 Rubel, ein Kilo Bananen 69, Garnelen 500“, zitiert die „Komsomolskaja Prawda“ die Rentnerin.
Dmitri Arutjunow, Vorstandsmitglied des Russischen Verbands der Tourismusindustrie, erklärt, dass diese saisonale Migration kein Novum sei: „Unsere wohlhabenden Rentner, die Immobilien in Moskau oder Sankt Petersburg vermieten oder über Einkommen verfügen, können sich das leisten. Was die Bedingungen angeht: Wenn man einen klugen Ort in entwickelten Touristengebieten wählt, wo es Infrastruktur und medizinische Versorgung gibt, ist dort alles in Ordnung. Vietnam ist einer der besten Orte Asiens, wo man günstig und hochwertig essen kann. Mit mindestens 1500 US-Dollar im Monat lebt es sich komfortabel.“
Einerseits kann man sich über so ein Alter nur freuen. Andererseits ist es bitter. Bitter, dass sogar die Großmütter aus Russland fliehen – und die russische Presse sich nicht nur darüber freut, sondern auch noch eine Gebrauchsanweisung liefert. Nach dem Motto: „Fahrt los, fahrt raus aus Russland.“

Warum wird der Begriff "fliehen" benutzt, wenn sich ältere Menschen, die es sich finanziell leisten können, wärmere Gefilde aussuchen, um dem strengen Winter in Russland zu entkommen oder auch um ganz dort zu verbleiben? Gibt es einen Gruppenzwang, dass man für immer und ewig in Russland leben muss? Die Welt und mit ihr die Menschheit ist mobiler geworden, was ist daran negativ?
AntwortenLöschenDarüber hinaus wäre es schön, wenn man den Begriff "Oma" unterlassen würde. Oma/Opa ist man nur für seine Enkelkinder, aber nicht für die Allgemeinheit. Warum kann man nicht einfach schreiben, dass immer mehr ältere Menschen nach Vietnam reisen? "Russische Omas erobern Vietnams Küste" - mehr Bildzeitungsniveau geht nicht mehr!
Liebe Karina! Ihre Bemerkungen sind vollkommen berechtigt. Was Ihnen allerdings entgangen ist: Die Spezifik dieses Portals. Wir lecken hier bewusst nicht den Arsch der nervenschwachen „lieben deutschen Leser“, die sich mit Themen und Formulierungen berieseln lassen wollen, die ihnen schmeicheln und das Gewissen beruhigen, während sie sich bequem mit Bierchen oder Weinchen „informieren“. Von solchen sich prostituierenden „Russland-Experten“ gibt es im Netz bereits weit mehr als genug. Unser Ziel ist das genaue Gegenteil – und das steht schwarz auf weiß im Abschnitt „Über“: Wir bieten die seltene Möglichkeit, sich unmittelbar in die russische Medienmentalität zu versenken. Nur eben auf Deutsch. Schön, dass Sie das so gründlich gespürt haben.
LöschenIch erspüre, dass Ihre Antwort leider etwas über's Ziel hinaus geschossen ist.
LöschenUnd wo bleiben die "Opas", haben die hohe Heimattreue?
AntwortenLöschenLeider sterben Opas oft einfach, bevor sie das Opa-Alter erreichen, in dem sie noch reisen wollen und können. Von daher haben die Autoren des Artikels wohl recht: Hätte man Opas erwähnt, hätte die Geschichte sofort unglaubwürdiger geklungen.
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