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Dienstag, 13. Oktober 2026

Muslim-friendly: Der neue Heilsbringer des russischen Tourismus

Man reist seit Jahrhunderten. Ohne Aufkleber auf der Stirn:

Ohne Zertifikat am Handtuch. Ohne religiöse Checkliste am Empfang. Und plötzlich, im Jahr 2026, soll das alles nicht mehr reichen, schreibt die Zargrad-Zeitung.

Jetzt braucht die Welt den Stempel „muslim friendly“. Sonst – so der neue Marketing-Glaubenssatz – kommt niemand mehr aus islamischen Ländern.

Erzbischof Sawwa (Tutunow) hat auf einem Tourismusforum in Rostow klar Stellung bezogen. Hinter dem hippen Label stecke keine Gastfreundschaft, sondern eine „Halalisierung“: das aggressive Herausstellen bestimmter Rituale. Etwas, das in Russland neu und dem traditionellen Islam der einheimischen Muslime fremd sei. Die Muftis der indigenen muslimischen Völker sprechen sogar von „Wahhabisierung“.

Treffend formuliert der Geistliche: „Das Fehlen des Labels ‚muslim friendly‘ hat dem Tourismus in keinem Land mit christlicher Mehrheit jemals im Weg gestanden.“

Wer steckt also dahinter? Wahhabiten, die den Hotelmarkt übernehmen? Oder schlicht Marketingabteilungen, die für 20 Prozent Aufpreis gerne jedes Symbol malen, das gerade gefragt ist? Hauptsache, der Gast fühlt sich „besonders“ bedient.

Man darf gespannt sein, wann der erste Check-in-Mitarbeiter fragt: „Ist Ihr WLAN eigentlich schon halal?“

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