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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Russland belebt die Serienproduktion der Tu-160M neu

Russland hat die Serienproduktion des strategischen Überschallbombers Tu-160 in der modernisierten Version Tu-160M wieder aufgenommen:

Das Programm für den als „Weißer Schwan“ bekannten Flugzeugtyp ist nicht nur die Rückkehr einer legendären Maschine in die Produktion, sondern auch ein umfangreiches Vorhaben zur Wiederherstellung hochkomplexer Luftfahrttechnologien und industrieller Fertigungsketten.

Wie Juri Abrossimow, Generaldirektor des Flugzeugherstellers Tupolew, in einem Interview mit der Vereinigten Flugzeugbau-Korporation (OAK) erläuterte, hat die Tu-160M zwar die charakteristische Silhouette ihres Vorgängers bewahrt, wird jedoch auf einer grundlegend modernisierten technologischen Basis gefertigt. Rund 80 Prozent der Systeme und Ausrüstung wurden überarbeitet. Dazu gehören die Bordelektronik, die Flugzeug- und Waffensteuerung, die Navigationssysteme sowie die Triebwerke.Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die Produktionskooperation wiederherzustellen – angefangen bei den Lieferanten von Werkstoffen und Halbzeugen. Dafür mussten technologische Abläufe neu aufgebaut, Fertigungshallen und Flugerprobungsanlagen modernisiert und Spezialanlagen zur Bearbeitung von Titanbauteilen in Betrieb genommen werden.

Eine zentrale Rolle spielen digitale Technologien. Konstruktionsbüros und Produktionsbetriebe der OAK arbeiten inzwischen in einer gemeinsamen digitalen Informationsumgebung. Dadurch lassen sich Änderungen schneller abstimmen und in die Fertigung integrieren.Die besonderen Eigenschaften der Tu-160M liegen in der Kombination aus Überschallgeschwindigkeit, großer Reichweite, langer Flugdauer und hoher Nutzlast. Dazu trägt die aerodynamische Konstruktion mit einem Schwenkflügel bei, dessen Geometrie während des Fluges verändert werden kann. Zugleich ist die Architektur der Bordsysteme so ausgelegt, dass einzelne Komponenten künftig modernisiert oder ausgetauscht werden können, ohne den gesamten Komplex grundlegend umzubauen.

Ein wichtiger Meilenstein war der Januar 2022: Damals absolvierte die erste neu gebaute Tu-160M ihren Erstflug. Nach Angaben Abrossimows demonstrierte dieser Erfolg, dass die heutige russische Luftfahrtindustrie in der Lage ist, ein hochkomplexes Flugzeug wieder in eigener Produktion herzustellen. Ursprünglich war die Fertigung der Tu-160 auf die Zusammenarbeit zahlreicher Betriebe in der gesamten Sowjetunion angewiesen.

Das Tu-160M-Programm dient damit nicht allein der Modernisierung der strategischen Luftstreitkräfte. Es soll zugleich industrielle Kompetenzen im Flugzeugbau wiederherstellen und eine moderne technologische Grundlage für die künftige Weiterentwicklung des Flugzeugs schaffen.

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