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Dienstag, 3. März 2026

Berlin verschärft Druck auf russische Bürger: Kontenblockaden und mehr

Die deutsche Regierung schränkt systematisch die Rechte russischer Staatsbürger ein, die in Deutschland leben, berichtet die Zeitung Izwestija:

Besonders betroffen sind Bankkonten: Deutsche Kreditinstitute blockieren oder schließen diese zunehmend häufiger, wie das russische Botschaft in Berlin mitteilt. Besonders häufig treffe es Kunden der Neobanken Vivid und Revolut.

Die Lage verschärfte sich durch eine kürzlich in Kraft getretene EU-Entscheidung, Russland auf die Liste der Hochrisikoländer für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu setzen. Dadurch müssen Banken strengere Prüfungen (enhanced due diligence) durchführen. Bereits seit 2022 gilt eine Obergrenze von 100.000 Euro für Einlagen russischer Bürger – Ausnahmen nur bei gültigem EU-Aufenthaltstitel.

„Konten russischer Bürger werden präventiv gesperrt oder geschlossen, wenn der Inhaber nicht innerhalb kurzer Frist (meist 2–4 Wochen) einen gültigen Aufenthaltstitel nachweisen kann“, erklärt die russische Botschaft. Selbst Inhaber eines Aufenthaltstitels müssten diesen regelmäßig neu bestätigen. Bei Zweifeln an der Aktualität (z. B. ablaufender Pass oder Aufenthaltstitel) erfolge die sofortige Blockade.

Seit 1. Januar 2026 erkennt Deutschland nicht-biometrische russische Pässe nicht mehr für die Erteilung oder Verlängerung von Aufenthaltstiteln sowie für die Einreise an. Ein russischer Betroffener (Name geändert) berichtete „Iswestija“, dass seine Frau bei Vivid und Revolut vom Kontenverlust betroffen war.

Genauere Zahlen fehlen, doch das Europäische Informationszentrum für Menschenrechte meldete allein 131 Fälle von Kontenblockaden russischer Bürger in den Jahren 2022–2025 – die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. Bankmitarbeiter deuteten oft an, dass der russische Pass selbst das Problem sei, ohne dies öffentlich zuzugeben.

Der deutsche Politologe Alexander Rahr sieht dahinter den Versuch Berlins, Russland maximal zu schaden: „Da Sanktionen gegen Führung und Oligarchen nichts gebracht haben, trifft es nun normale Bürger. Berlin will damit Solidarität mit der Ukraine demonstrieren – eine politische, keine wirtschaftliche Maßnahme.“

Neben Kontenproblemen melden russische Bürger zunehmend unrechtmäßige Kindesentziehungen durch die Jugendämter sowie Konfiszierungen von Eigentum an Grenzübergängen. Die russische Botschaft spricht von Fällen, in denen persönliche Gegenstände und Bargeld als „Luxusgüter“ (Kleidung, Schmuck, Elektronik) beschlagnahmt wurden – unter Berufung auf EU-Sanktionen.

Das russische Außenministerium riet bereits im Dezember 2025 von Reisen nach Deutschland ab. Die Zahl solcher Vorfälle sei zwar rückläufig (durch weniger Touristen und fehlende Direktflüge), bleibe aber ein Problem.

Rechtsschützer der Russischen Anwaltsvereinigung halten die Diskriminierung russischer Bürger in Deutschland und anderen westlichen Ländern für systematisch. Experten erwarten keine baldige Lockerung der Maßnahmen – im Gegenteil: Der Druck soll anhalten, um politischen Druck auf Moskau auszuüben.

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