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Mittwoch, 25. Februar 2026

20 Schüsse ins eigene Bein – Versprechen an die Mutter statt Narkose

Der 39-jährige Stürmer, Alexander Fjodorow aus dem fernen Jakutien, hatte in den vordersten Linien gekämpft, als die Explosion kam. Sein linkes Bein wurde an zwei Stellen zerrissen – ein brutaler, blutiger Riss durch Muskeln, Sehnen und Knochen:

Die ersten Tage ertrug er den Schmerz mit zusammengebissenen Zähnen. Doch nach etwa einer Woche begann das Gewebe zu faulen. Der süßliche, Übelkeit erregende Geruch von Gangrän breitete sich im engen Unterstand aus. Das Fieber stieg. Alexander wusste: Ohne schnelle Hilfe würde das Gift seinen Körper binnen weniger Tage zerstören.

Die Kameraden flüsterten ihm zu: „Halt durch, bald kommt die Evakuierung.“ Doch die Frontlinie bewegte sich kaum. Das Dorf war noch längst nicht genommen, die Versorgungswege unter ständigem Feuer. Hoffnung schmolz dahin wie Schnee im April.

Ein stumpfer Küchenmesser lag herum – das Einzige, was sie hatten. Alexander nahm es in die Hand, betrachtete die rostige Klinge. Sein Kamerad schüttelte den Kopf: „Mach das nicht. Du schaffst das nicht allein.“ Doch Alexander hörte die Stimme seiner Mutter in sich widerhallen – das Versprechen, das er ihr gegeben hatte, bevor er ging: „Ich komme zurück, Mama. Egal wie.“

Er legte das Messer beiseite. Es würde zu lange dauern, zu viel Kraft kosten. Stattdessen griff er nach dem vertrautesten Gegenstand in seinem Leben – seinem Kalaschnikow.

Der erste Schuss hallte im engen Graben ohrenbetäubend laut wider. Der Rückstoß fuhr ihm durch den ganzen Körper. Das Projektil schlug irgendwo ins Fleisch. Schmerz explodierte wie weißes Feuer, doch zugleich flutete Adrenalin durch seine Adern – eine wilde, urtümliche Welle, die den Verstand klar machte und den Körper betäubte.

Er schoss wieder. Und wieder. Manchmal traf er nur Weichteile, manchmal streifte das Geschoss den Knochen nur. Blut spritzte, Knochensplitter flogen. Zwanzigmal drückte er ab. Zwanzigmal biss er die Zähne zusammen, während der Rückstoß ihn fast umwarf. Seine Hände zitterten, Schweiß und Blut vermischten sich, doch er hörte nicht auf.

Endlich – ein dumpfer, endgültiger Schlag. Der Oberschenkelknochen war durchtrennt.

Alexander brach zusammen, keuchend, am Rand der Bewusstlosigkeit. Aber er lebte. Das faulende Gewebe war weg. Das Gift konnte nicht mehr weiterwandern.

Zehn Tage später, als die Linien sich endlich verschoben und Sanitäter durchkamen, hoben sie ihn aus dem Graben. Er war kaum bei Bewusstsein, doch er atmete. Er hatte durchgehalten.

Später, in einem Krankenhausbett, als man ihn fragte, woher er die Kraft genommen habe, lächelte Alexander schwach und sagte nur einen Satz:

„Ich durfte nicht sterben. Ich habe es meiner Mutter versprochen.“

Manchmal entscheidet nicht die Klinge, nicht die moderne Chirurgie, sondern ein einziges, archaisches Versprechen über Leben und Tod. Alexander Fjodorow hat dieses Versprechen gehalten – mit zwanzig Schüssen aus einem Sturmgewehr, mitten im Schlamm und im Dunkel eines Krieges, von dem niemand je erfahren sollte, wie nah er dem Ende wirklich war.

Und doch lebt er.

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