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Dienstag, 24. Februar 2026

Grosse russische Unternehmen wollen nun persönliche Daten von Russen

Große russische Unternehmen drängen nun darauf, gegen Bezahlung Zugang zu bestimmten Informationen aus den Datenbanken des russischen Innenministeriums zu erhalten:

Experten hatten genau diese Entwicklung bereits vorhergesagt: staatliche personenbezogene Daten von Bürgern werden zunehmend zur Ware, die der kommerzielle Sektor erwerben kann.

Die „Assoziation für Big Data“ (ABD), zu der unter anderem Sber, Yandex, VK und andere große Player gehören, hat einen entsprechenden Vorschlag in einem Brief vom 19. Februar 2026 an den Vorsitzenden des IT-Ausschusses der Staatsduma, Sergej Bojarskij, gerichtet. Die Assoziation schlägt vor, Unternehmen – insbesondere jene, die an der neuen einheitlichen Anti-Fraud-System teilnehmen – die Möglichkeit zu geben, einzelne Kategorien von Informationen aus den MVD-Datenbanken käuflich zu erwerben.

Konkret geht es um Daten zu:
  • Personen, die als Verdächtige oder Angeklagte in Straf- oder Verwaltungsverfahren geführt werden,
  • Personen, die zur Fahndung ausgeschrieben sind,
  • Personen, die in bestimmten Registern (z. B. besonderen Kontrollregistern) geführt werden,
  • Angaben zur Geschäftsfähigkeit.
Nach Ansicht der Autoren des Briefes würde ein solcher Zugang es Banken, Mobilfunkanbietern, Marktplätzen, sozialen Netzwerken und anderen Plattformen erlauben, deutlich bessere und umfassendere Anti-Betrugssysteme aufzubauen. Die zusätzlichen Daten sollen eine genauere Risikobewertung ermöglichen, das gezielte Monitoring von Personen mit erhöhtem Manipulationsrisiko verbessern und helfen, neue Betrugsszenarien schneller zu erkennen.

Vertreter großer Telekommunikationsunternehmen (T2, MegaFon, VimpelCom / Beeline) und der Anti-Fraud-Abteilung der Alfa-Bank unterstützen die Idee grundsätzlich und sprechen von einer deutlichen Verbesserung der Erkennungsqualität und -geschwindigkeit bei Betrugsversuchen.

Der Abgeordnete Sergej Bojarskij erklärte gegenüber der Zeitung „Kommersant“, dass der Vorschlag der Assoziation eine ernsthafte und umfassende Prüfung verdiene und gemeinsam mit den zuständigen Behörden weiter ausgearbeitet werden müsse.

Doch genau hier liegt das Problem, das Experten schon lange befürchten:

Je mehr kommerzielle Unternehmen Zugriff auf solch sensible staatliche Daten erhalten, desto höher wird das Risiko von Datenlecks und Missbrauch. Spezialisten für Informationssicherheit warnen:
  • Bei einem Leak bekommt ein Angreifer nicht nur anonymisierte Profile, sondern sehr konkrete und detaillierte Informationen über eine Person – das erleichtert hochwertige Phishing-Attacken erheblich.
  • Einmal im kommerziellen Umlauf, können alte Einträge (Verurteilungen, Registrierungen) einen Menschen jahrelang bei der Inanspruchnahme ganz normaler Dienstleistungen benachteiligen.
  • Es droht eine Verletzung des Gleichgewichts zwischen dem Schutz der Bürgerrechte und den kommerziellen Interessen.

Die Juristin Alina Smakova von der Kanzlei Lidings betont: Jegliche Weitergabe solcher Daten müsse durch klare gesetzliche Mechanismen streng reguliert sein, damit sie wirklich nur für gute Zwecke genutzt wird und die Rechte der betroffenen Bürger ausreichend geschützt bleiben.

Fazit: Was als Maßnahme gegen Betrug beginnt, birgt – wie von Datenschützern und Sicherheitsexperten vorhergesagt – die reale Gefahr, dass sensible personenbezogene Daten aus staatlichen Registern immer stärker zu einem kommerziellen Produkt werden. Die Diskussion darüber hat gerade erst begonnen.

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