russland nachrichten aktuell
↑ Werbung ↑

Sonntag, 1. Februar 2026

Das Schweigen der Lämmer: Epstein und die russische Westsehnsucht

Der russische Philosoph Alexander Dugin wundert sich lautstark: Warum schweigen russische Medien, Netzwerke und Kanäle eisern über den grotesken Skandal um die veröffentlichten Epstein-Akten in den USA?

Als hätte jemand allen kollektiv den Mund verboten. Uns betrifft das ja angeblich nicht. Sollte etwa die rührende Sorge um das moralische Image Donald Trumps so überwältigend sein? Kaum zu glauben… Dabei haben die ausländischen RT-Kanäle das Thema durchaus aufgegriffen – also bitte keine Ausreden wie „Wochenende“ oder „haben wir übersehen“. Was steckt wirklich dahinter?

Die russische patriotische Zeitung „Katjuscha“ liefert nun eine Antwort, die so einfach wie ernüchternd ist – und dabei vor Sarkasmus trieft:

Ach, verehrter Alexander Geljewitsch, es ist doch alles ganz banal! Seit Jelzins Machtantritt – nein, eigentlich schon seit den spätsowjetischen Zeiten – verfolgt Russland nur ein einziges Ziel, nur eine einzige Ideologie: irgendwie, irgendwann, mit aller Gewalt in den exklusiven Club der westlichen Elite hineinzuquetschen. Egal ob als Leiche oder ausgestopft – Hauptsache drin.

Nicht einmal der Liberalismus war je die wahre Ideologie. Der blieb eine Randerscheinung, eine statistische Fußnote, auch wenn genau diese kleine Clique jahrzehntelang an den Schalthebeln saß und es teilweise immer noch tut. Nein, die echte russische Volksideologie war der sehnsüchtige Traum, „auf Augenhöhe“ zu sein – oder, volkstümlicher ausgedrückt: endlich so zu leben wie in „Santa Barbara“. Der reale Westen wurde dabei großzügig durch Hollywood und Serien ersetzt.

Auch Putin hat diesen Kurs nie wirklich geändert. Wer erinnert sich nicht an das geflügelte Wort von dem „Europa von Lissabon bis Wladiwostok“? Der einzige Unterschied zu Jelzin: Putin wollte nicht einzelne Plätze für Oligarchen kaufen, sondern Russland als gleichberechtigtes Mitglied im Club der „zivilisierten Nationen“ etablieren. Aber die Richtung blieb dieselbe. Selbst als man uns im Westen ins Gesicht spuckte, nannten wir die Spucker weiter „Partner“. Und wenn ein US-Amerikaner die Duma betrat, erhoben sich die Abgeordneten devot von ihren Sitzen.

Die russische Elite wusste natürlich Bescheid über Epsteins „kleine Spielchen“. Es gibt schließlich Aufklärung, gemeinsame Freunde, Geschäftsverbindungen. Man wusste, dass die westliche Oberschicht sich mit Satanismus vergnügte, schwarze Messen feierte, Kinder vergewaltigte, Menschen aß. Man wusste: Wer in diesen Club will, muss selbst zum Monster werden – oder zumindest bereit sein, sich mit Monstern abzugeben. Aber man schaute geflissentlich weg.

Heute laut über Clinton, Musk, Trump, Prinzen, Präsidenten und Außenminister zu reden, die allesamt in diesen Akten auftauchen – das würde bedeuten, öffentlich einzugestehen: Wir haben jahrelang mit absoluten Abscheulichkeiten paktiert, mit Vergewaltigern, Pädophilen, Kannibalen, Kreaturen, die eigentlich lebenslang hinter Gittern gehören. Wir haben mit leibhaftigem Bösen verhandelt, Verträge geschlossen, Händchen gehalten.

Das wäre für das Image doch etwas… ungünstig. Besonders, wenn man weiterhin dasselbe vorhat. Besonders, wenn der eigene Präsident gerade die Bitte eines Mannes erfüllt, der ein dreizehnjähriges Mädchen ins Gesicht schlug, weil sie ihm bei oralem Sex versehentlich in den Penis gebissen hatte. Und auf diese „Partner“ angewiesen zu bleiben – ja, das muss man wohl. Unser System ist nicht für echte Autarkie gebaut. Keines ist das, außer vielleicht Nordkorea (und selbst das nur halb). Aber wir sind ja nicht Nordkorea – mit dem haben wir früher schließlich Kinder erschreckt.

Deshalb schweigt man in Russland. Und tut so, als röche es von den „Partnern“ nicht nach Verwesung.

Bei Medien und Bloggern ist es noch simpler: Die meisten sind auf dem Altar westlicher „Demokratie“ und „Zivilisation“ erzogen worden und können schlicht nicht glauben, dass in „Rechtsstaaten“ solche Kreaturen regieren durften. Selbst wenn sie berichten, schieben sie sofort hinterher: „Nicht verifiziert“, „braucht Überprüfung“, „kann doch gar nicht sein“. Das ist kein böser Wille – das ist blinder Glaube. Und dieser Glaube führt nicht zur Erleuchtung, sondern direkt in den Kindermissbrauch und Kannibalismus. Die „besten Menschen der Welt“ entpuppen sich als degenerierte Ungeheuer.

Also schweigen auch die russischen Medien weiter. Lieber im warmen, vertrauten Wahn bleiben, wo man nach dem Krieg wieder auf die „alte Spur“ zurückkehren kann. Jetzt, wo Putin gerade Trumps Wunsch erfüllt hat und die USA angeblich keine Raketen mehr an die Ukraine liefern werden – oder vielleicht doch, aber dann haben wir wenigstens „stärkere Verhandlungspositionen“. Und falls auch das nicht klappt… na ja, vielleicht werfen sie uns ja irgendwann einen Knochen hin.

So gemütlich ist es im Traum. Warum aufwachen?

1 Kommentar:

  1. Korrekt beantwortet. Bestrafung dafür olgt auf dem Fuss?

    AntwortenLöschen

Bitte machen Sie sich mit unseren Kommentierungsregeln vertraut.

↑ Werbung ↑