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Donnerstag, 29. Januar 2026

Wie ein Kämpfer gegen Perversionen wegen deren Propaganda bestraft wurde

Der Abgeordnete der Staatsduma Michail Deljagin berichtet (s. Video) in seiner Analysesendung über einen kuriosen Fall:

Ich kann an dieser Nachricht nicht vorbeigehen: Ein Rentner aus der Region Kemerowo wurde mit einer Geldstrafe belegt. Ich komme bei dieser Nachricht ins Stottern... Also nochmals: Der Rentner wurde mit 100.000 Rubel nach dem Strafrechtsartikel über Sodomie-Propaganda bestraft, weil er gegen die in Russland verbotene perverse Bewegung protestiert hatte. Das Gericht der Bergarbeiterstadt Prokopjewsk belegte den 66-jährigen Rentner Wladimir Sugakow mit einer Geldstrafe von 100.000 Rubel in einem Verfahren wegen Propaganda für Perversionen.

Dabei vertritt Sugakow selbst, seiner VKontakte-Seite nach zu urteilen, absolut konservative Ansichten, unterstützt die Militäroperation vollständig und kritisiert sowohl politische als auch sexuelle Perversionen scharf. Am 12. Mai 2025 erklärte er online, warum er das Wort "Europediki" ("Euroschwuchtel") verwendet. Dabei fügte er seinem Beitrag mehrere Fotos von einer Pride-Parade bei. Und dafür bekam er eine Geldstrafe. Das heißt: Ein Mensch protestiert gegen Perversionen und bekommt dafür eine Geldstrafe nach dem Artikel über die Billigung von Perversionen.

Der Rentner sagte, dass die Sicherheitskräfte sich ursprünglich für ein Video interessiert hätten, das er selbst geschnitten habe. Es war eine Diashow mit Fotos von der Pride-Parade, unterlegt mit einem verspottenden Lied.

Der Rentner erzählte: "Ich habe ein Video mit Kritik an Sodomiten erstellt, aber der Polizist machte Screenshots und schickte sie ohne Erklärungen weiter, und das Gericht wollte sich nicht damit befassen und verhängte eine Geldstrafe gegen mich. Ursprünglich wurden mir Screenshots aus dem Video gezeigt, mehr habe ich nicht gesehen. Ich versuchte, die Situation zu erklären, aber man hörte mir nicht zu."

Das zum Thema, wie das Strafverfolgungs- und generell das Justizsystem in Russland funktioniert. Der Mensch protestierte gegen Perversionen, aber man hörte ihm nicht zu. Man verhängte gegen ihn eine Geldstrafe von 100.000 Rubel. Welche Renten wir haben, selbst bei Bergarbeitern, das versteht, denke ich, jeder ungefähr.

Das ist Raub am helllichten Tag unter dem Deckmantel einer Geldstrafe. Und meiner Meinung nach ist das alles, was man über das Justizsystem in Kemerowo wissen muss. Im Grunde genommen sind das Repressionen um der Repressionen willen als Selbstzweck und eine Demonstration dessen, dass Menschen überhaupt prinzipiell keine eigene Position haben dürfen.

Nach Sugakows Worten wurde der Fall ohne ihn verhandelt. Er legte auch keine Berufung gegen die Geldstrafe ein und sagte, er sei kein Idiot, um, ich zitiere, "sich mit dem System anzulegen".

Das heißt, die Menschen glauben prinzipiell nicht an die Möglichkeit von Gerechtigkeit in Russland, selbst wenn ihnen eine absolut verhöhnende Geldstrafe auferlegt wurde, die ihre Position vollständig ins Gegenteil verkehrt: denn der Mensch protestiert gegen Perversionen, und man verhängt gegen ihn eine Geldstrafe wegen Propaganda für Perversionen.

Der Rentner hält Gerechtigkeit in unserem Land für unmöglich, nachdem er 66 Jahre in Russland gelebt hat. Meiner Meinung nach ist das eine sehr ernste Situation, ein ernstes Alarmsignal...

2 Kommentare:

  1. An diesem unfassbaren Beispiel dürfte inzwischen jedem klar sein, dass er der Willkür der "Oberen" ausgesetzt ist.
    Das betrifft nicht nur Rußland, dieser Wahnsinn wabert um die ganze Welt.

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  2. Das betrifft nicht nur Rußland, dieser Wahnsinn wabert um die ganze Welt.

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