In den Regionen Nowosibirsk und Pensa (sowie in mehreren anderen russischen Gebieten) läuft eine massive Zwangskeulung von Rindern in privaten Höfen und Kleinbetrieben weiter:
Offiziell nennen die Behörden Ausbrüche von Pasteurellose (hämorrhagische Septikämie) und in manchen Fällen Tollwut als Grund. Doch betroffene Bauern, Blogger und unabhängige Beobachter zweifeln stark an der offiziellen Version. Sie werfen den Behörden Vertuschung, grobe Fahrlässigkeit und möglicherweise sogar Sabotage vor.
Das Ermittlungskomitee Russlands hat bereits eine Überprüfung in der Region Nowosibirsk eingeleitet. Dort wurde in mehreren Bezirken Quarantäne verhängt. Rinder werden komplett beschlagnahmt und getötet – oft ohne Laborbestätigung der Diagnose und ohne Vorlage von Dokumenten an die Besitzer. Ähnliche Vorfälle melden sich aus dem Gebiet Pensa und – nach einigen Angaben – aus bis zu elf russischen Regionen insgesamt.
Der bekannte Blogger Sergei Koljasnikow hat Videos und Zeugenaussagen von Bauern veröffentlicht. Auf einem der Aufnahmen sind mehr als hundert Rinder zu sehen, die beschlagnahmt, getötet und deren Kadaver einfach neben einer Tierkörperbeseitigungsanlage liegen gelassen wurden. Augenzeugen berichten, die Überreste hätten fast eine Woche dort gelegen und seien von wilden Tieren auseinandergerissen worden. Die Bauern werfen dem regionalen Landwirtschaftsministerium vor, keine planmäßige Impfung durchgeführt zu haben. Von Entschädigung für die beschlagnahmten Tiere ist bisher keine Rede.
In einem weiteren Video schildert ein Bauer aus dem Dorf Tschernokurja im Gebiet Nowosibirsk, wie Polizei und unbekannte Personen kamen, um sein Lebenswerk – seinen Hof – zu zerstören. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der gesamte auf dem Video gezeigte Viehbestand bereits liquidiert. Der Bauer selbst landete im Krankenhaus.
Der Leiter des Gebietszentrums für Veterinär- und Hygieneüberwachung in Nowosibirsk, Juri Schmidt, erklärte, bei Pasteurellose müsse das Vieh gemäß Gesetz komplett getötet werden. Diese Aussage stößt jedoch auf massive Zweifel.
Nach den geltenden russischen Veterinärvorschriften (insbesondere dem Erlass des Landwirtschaftsministeriums Nr. 770 vom 31. Oktober 2022) ist bei Rindern eine Behandlung erkrankter Tiere mit hyperimmunem Serum und Antibiotika vorgesehen. Die Keulung ist nur bei Geflügel bei Pasteurellose zwingend. Bei Rindern wird die Quarantäne aufgehoben, wenn 90 Tage nach Verschwinden der klinischen Symptome bei behandelten Tieren oder nach dem letzten Todesfall/der letzten Keulung eines kranken Tieres vergangen sind. Eine vollständige Keulung des gesamten Bestands ist für Rinder nicht vorgeschrieben – im Gegensatz zu hochgefährlichen Krankheiten wie Maul- und Klauenseuche oder Milzbrand.
„Es stellt sich heraus, dass an Pasteurellose erkrankte Tiere isoliert und behandelt werden müssen – und nicht getötet. Weiß der Leiter des Veterinärzentrums Juri Schmidt das nicht??? Oder verwechselt er Kühe mit Geflügel?“ – kommentiert Koljasnikow sarkastisch.
Viele Bauern vermuten, dass unter dem Deckmantel der Pasteurellose eine andere, weitaus gefährlichere Infektion (z. B. Maul- und Klauenseuche) vertuscht wird, die strenge Exportverbote und einen totalen Quarantänezustand nach sich ziehen würde. Andere sehen schlicht massive Fahrlässigkeit der Veterinärdienste: fehlende vorbeugende Impfungen, verspätete Diagnosen und die Verwandlung eines normalen Ausbruchs in eine landesweite Katastrophe.
Koljasnikow prophezeit den üblichen Ablauf: Am Ende werden wieder die Blogger und der „verfluchte Telegram“ schuld sein – und nicht die Ministerien und Behörden, die „die Zunge eingesteckt“ und einen Sabotageakt auf Bundesebene zugelassen haben.
In den betroffenen Regionen werden Dutzende Herde gemeldet. Bewohner gehen auf die Straße, blockieren Wege, drehen Videoappelle an den Präsidenten und das Ermittlungskomitee. In manchen Dörfern gibt es Berichte über Polizeisperren. Die zentrale Frage bleibt unbeantwortet: Warum wird statt gezielter Behandlung und punktuelle Maßnahmen eine totale Vernichtung durchgeführt? Und warum weichen die offiziellen Stellen den unbequemen Fragen der Bauern konsequent aus?

Was zum T.... ist das genau los?
AntwortenLöschenBitte Aufklärung, was hier genau passiert!!!
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