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Freitag, 13. März 2026

Russlands Kleinunternehmen kämpfen ums Überleben – Banken kämpfen gegen Übergewicht

Während kleine Unternehmen in Russland zunehmend ums nackte Überleben ringen, melden die Banken Rekordgewinne – wenn auch etwas geringer als im Vorjahr:

Eine neue Studie des Meinungsforschungsinstituts FOM und der Higher School of Economics (HSE) zeichnet ein dramatisches Bild: 31 Prozent der Inhaber kleiner und mittlerer Betriebe denken ernsthaft darüber nach, ihr Geschäft zu schließen oder zu verkaufen. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2025. Die Langzeitumfrage mit über 700 festen Teilnehmern (Selbstständige und Kleinunternehmer) lief vom 20. Januar bis 19. Februar 2026.

Die Hauptgründe für den Druck liegen klar auf der Hand: deutlich gestiegene Steuern und die nach wie vor sehr hohe Leitzins der russischen Zentralbank. Stand 13. März 2026 liegt der Leitzins bei 15,5 Prozent pro Jahr (nach einer Senkung um 0,5 Prozentpunkte im Februar). Mehr als die Hälfte der Befragten (52 %) rechnet in den nächsten Monaten mit einer weiteren Verschlechterung. Der Anteil der Unternehmen, die nur noch im „Überlebensmodus“ arbeiten, erreichte mit 39 Prozent den höchsten Wert seit fünf Jahren.

Am stärksten betroffen ist das Gastgewerbe – Cafés, Restaurants und Imbissbuden. Hier reagierte das Finanzministerium mit einem Notfallplan: Es wurde ein Vorschlag eingebracht, Betriebe der Gastronomie (soweit sie die vereinfachte Steuer USN oder den Patentschein nutzen) vorübergehend von der Mehrwertsteuer (MwSt./NDS) zu befreien – und zwar vom 1. April bis 31. Dezember 2026. Viele dieser Unternehmen wurden erst 2026 MwSt.-pflichtig, was für zahlreiche Betriebe das Aus bedeuten könnte. Die Maßnahme soll eine Welle von Schließungen verhindern.

Ganz anders die Lage bei den Banken: Nach Zahlen der Zentralbank erzielten sie 2025 einen Nettogewinn von 3,5 Billionen Rubel – zwar 8 % weniger als der Rekord von 3,8 Billionen im Jahr 2024, aber immer noch eine gigantische Summe. Zum Vergleich: Diese Gewinne entsprechen in etwa dem gesamten Jahresumsatz der russischen Gastronomie.

Viele Beobachter sprechen von einem eklatanten Doppelmoral in der Wirtschaftspolitik: Kleine Unternehmen, die echte Waren und Dienstleistungen produzieren, Arbeitsplätze schaffen und direkte Wertschöpfung betreiben, werden durch hohe Zinsen und Steuererhöhungen in die Knie gezwungen. Die Banken hingegen – deren Gewinne größtenteils aus Vermittlungsgeschäften und hohen Zinsen stammen – bleiben von zusätzlichen Abgaben weitgehend verschont. Eine geplante Sondersteuer auf Übergewinne der Banken scheitert bisher regelmäßig.
„Wenn das Ziel der hohen Leitzinsen darin bestand, die Inflation zu bremsen und die Wirtschaft abzukühlen – dann ist das im Kleinunternehmenssektor offenbar fast perfekt gelungen“, kommentieren betroffene Unternehmer sarkastisch. Während Cafés, kleine Läden und Werkstätten reihenweise schließen, investieren die Banken weiter Milliarden in Werbung, Sponsoring und politischen Einfluss.

Die Frage, wie lange eine Volkswirtschaft funktionieren kann, wenn sie vor allem den Finanzvermittlern dient und den eigentlichen produzierenden und dienstleistenden Mittelstand ausblutet, wird in Russland immer drängender. Die neuesten Zahlen von FOM und HSE zeigen: Für viele, die früher das Herzstück des regionalen Konsums und der Beschäftigung waren, sieht die Zukunft düster aus.

2 Kommentare:

  1. Die perversen Gelderfinder aus dem NICHTS, die GeldSCHÖPFER, dürfen sich mästen. Das Volk leidet. Will man das so im Kreml? Genau wie im perversen Plünder-Westen? Das will man auch so?

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  2. Da hat der Islam schon sehr früh den wahren Charakter dieses perversen "westlichen" Geldsystems erkannt. Schlichte Mathematik jenseits jeder verdummenden ablenkenden Zion-Propaganda enttarnt den Betrugskern.

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