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Sonntag, 6. September 2026

Erneute Zwangsschlachtung von Rindern in Sibirien

In der Region Irkutsk (Sibirien) herrscht Alarmstufe:

Wegen eines Ausbruchs der Nodulären Dermatitis (auch Lumpy-Skin-Krankheit genannt) bei Rindern hat die Verwaltung des Irkutsker Kommunalkreises den Notstand ausgerufen. Stand 6. September 2026 sind 96 Rinder in den Dörfern Butyrki und Koty infiziert. Die Tiere sollen zwangsweise geschlachtet werden. Die Behörden führen den Ausbruch auf illegal eingeführte Tiere zurück und haben strenge Quarantänemaßnahmen verhängt.


Was bisher bekannt ist

Erste Fälle tauchten Anfang September in zwei privaten Höfen im Dorf Butyrki auf. Zunächst standen 21 Tiere unter Beobachtung. Rasch wurde die Quarantänezone auf das Dorf Ojok, die Siedlung Koty und weitere Ortschaften im Umkreis von bis zu zehn Kilometern ausgeweitet. Gouverneur Igor Kobzew bestätigte am 6. September, dass insgesamt 96 Rinder betroffen seien und getötet werden müssten. An den Zufahrtsstraßen zu den Ortschaften stehen inzwischen rund um die Uhr veterinärmedizinische Kontrollposten. In der Nähe des Seuchenherds wurde bereits eine Vergrabungsstelle für die Tiere vorbereitet.

Seit dem 4. September gilt im Verwaltungsbezirk Ojok der Notstand. In der Sperrzone ist fast alles verboten: der Transport von Tieren, Futter und tierischen Erzeugnissen, das Weiden sowie die Zu- und Ausfahrt von Fahrzeugen (außer Spezialfahrzeugen). Geplant ist außerdem eine außerplanmäßige Impfung der Bestände in der Umgebung.

Proteste und Streit um Entschädigung

Viele Anwohner wehren sich gegen die Zwangsschlachtungen. Sie fordern, dass die Laborergebnisse veröffentlicht werden. Nach ihren Angaben weisen viele Tiere keine sichtbaren Krankheitszeichen auf. Besonders empört sie die Höhe der Entschädigung: Die Behörden bieten 224 Rubel pro Kilogramm Lebendgewicht. Zum Vergleich: Im Einzelhandel kostet Rindfleisch derzeit rund 900 Rubel pro Kilogramm. Für die betroffenen Bauern deckt die Zahlung die realen Verluste bei Weitem nicht.

Der Leiter des Kreises, Leonid Frolow, nannte die Lage „kritisch" und forderte die Einwohner auf, die veterinärmedizinischen Maßnahmen nicht zu behindern. Die Behörden vermuten, dass die Krankheit durch illegal eingeführte Schafe und Ziegen in die Region gelangt ist.

Die Krankheit und die Folgen

Die Noduläre Dermatitis ist für Menschen ungefährlich, kann für Rinder, Schafe und Ziegen jedoch tödlich verlaufen. Deshalb bestehen die Veterinärbehörden auf den radikalen Maßnahmen: Tötung und sichere Entsorgung der erkrankten Tiere. Die fehlende Transparenz bei den Testergebnissen und die als zu niedrig empfundene Entschädigung sorgen jedoch weiter für Unruhe vor Ort.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte es ähnliche Vorfälle in anderen sibirischen Regionen gegeben. In der Region Nowosibirsk etwa wurden seit März Rinder unter Polizeibegleitung aus den Höfen geholt und getötet – zunächst ohne klare Erklärung. Später wurde eine andere Tierseuche genannt, doch das Vertrauen der Bevölkerung blieb erschüttert.

Die Lage in der Region Irkutsk bleibt angespannt. Die Behörden halten an den Quarantänemaßnahmen fest, während viele Anwohner auf mehr Transparenz und eine fairere Entschädigung drängen.

1 Kommentar:

  1. Symptomlos erkrankt, so wie uns das auch bei der gefährlichen C-Krankheit erzählt wurde.

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