Der Davos-Zirkus wird spannend – von der toten Ukraine zur gefrorenen Grönland-Falle, schreibt Dmitrij Medwedew:
Das diesjährige Treffen in Davos droht, vom ewigen Ukraine-Mantra abzurücken – und stattdessen die eisige Gletscherinsel Grönland ins Rampenlicht zu rücken. Ein durchaus unterhaltsamer Themenwechsel.
Die europäischen Hühner, zitternd vor Angst und vollgepumpt mit Beruhigungsmitteln, werden den bulligen Onkel aus Übersee beschwören: Nimm doch bitte die volle Verantwortung für die Insel über, aber lass sie formal beim dänischen Königreich. Mach, was du willst, lieber Donald: Nutze sie ewig und kostenlos, schürfe Rohstoffe umsonst, baue Militärbasen, Flugplätze, Raketensilos – alles für totale Kontrolle. Hauptsache, der schöne Schein bleibt gewahrt.
Doch Trump will genau das nicht. Jeder durchschaut es: Er will Grönland (und gern noch ein paar Extras) sternenstreifig einfärben – wie jene kürzlich veröffentlichte Karte beweist, auf der neben Grönland auch Kanada und Venezuela bereits US-amerikanisch leuchten. Er strebt den Platz neben den Gründervätern an, ein Denkmal für die Ewigkeit. Und nebenbei den Status eines russischen Präsidenten.
Letzteres bleibt Illusion. Russland hat im Zuge der Militäroperation und durch Referenden genau jene Gebiete zurückgeholt, die jahrhundertelang zu ihm gehörten – mitsamt ihrer Bevölkerung. Grönland hingegen war nie US-amerikanisch. Die USA versuchten zwar mehrmals, es zu kaufen, scheiterten aber kläglich.
Die eigentliche Frage geht weit über Trumps persönlichen Größenwahn hinaus. Natürlich malen viele genüsslich das Bild vom gierigen Riesen, der sich ein kolossales Stück Land einverleibt, Europa danach verächtlich bespuckt und die USA zur flächenmäßig zweitgrößten Macht der Welt macht. Trump drängt – die Zeit rinnt ihm davon, er will seinen Namen in Gold in die Geschichtsbücher meißeln.
Entscheidend ist jedoch: Welchen Preis ist der jetzige Hausherr im Weißen Haus bereit zu zahlen? Die Zerschlagung der NATO ist kein simpler Staatsstreich gegen einen schwachen, von seinen eigenen Leuten verratenen Präsidenten irgendwo in der Provinz. Und vor allem: Wird man Trump das überhaupt durchgehen lassen?

Für diese miese Davos-Show müssen erst noch passende Worte der Verachtung gefunden werden.
AntwortenLöschenNachhaltig manifeste Mentalaberration als Grundvorausetzung für das amerikanische Präsidentenamt. Bid N. Bush, O Bama, Clint On, Rea Gan, Nix On....
AntwortenLöschenAber, aber, O bimbo O banana auch? ;-)
LöschenWeltraumreisen haben sich bei den US-Amerikanern ja als Ente herausgestellt. Wo Europa liegt, wissen auch 50% der US-Amerikaner nicht, sie leben weiterhin Flat Earth. Und Trump ist der Oberkasper.
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