Mehr als ein Drittel der Russen leert regelmäßig seine Bankkonten, um das Geld in bar zu halten und Abhängigkeit von Banken sowie drohende Sperrungen zu vermeiden. Laut einer Umfrage des Dienstes „Wyberu.ru“, über die TASS berichtet, betrifft dies 38 Prozent der Bevölkerung – über 55 Millionen Bürger:
Bei einer Einwohnerzahl von rund 146 Millionen Anfang 2026 entnehmen etwa 55,5 Millionen regelmäßig Bargeld, weitere 27 Prozent (ca. 39,5 Millionen) tun es gelegentlich. Insgesamt sind es fast 95 Millionen Russen – deutlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Hauptgrund ist für 34 Prozent die Sorge um die Sicherheit des eigenen Vermögens angesichts gestiegener regulatorischer Risiken. Die Kriterien für Kontosperrungen haben sich verdoppelt – von sechs auf zwölf im Jahr 2025/2026. Viele Russen berichten von willkürlichen Blockaden von Überweisungen und Konten, was zu langwierigen Auseinandersetzungen führt. Behörden und Banken begründen dies mit dem Kampf gegen Betrug.
21 Prozent nennen die größere Bequemlichkeit von Bargeld im Alltag, 24 Prozent haben das Vertrauen in Bankdienste verloren, 15 Prozent leiden unter regelmäßigen Mobilfunk- und Internetblockaden (seit Frühjahr 2025 zur Drohnenabwehr). Weitere Gründe: Anonymität (9 %), Schutz vor Cyberbetrug (6 %) und Liquiditätsreserve in Notfällen (12 %).
Nur 14 Prozent vertrauen dem Bankensystem voll und ganz. Am misstrauischsten sind Ältere: 45 Prozent der über 50-Jährigen heben regelmäßig ab, bei 35–49-Jährigen 38 Prozent, unter 34 Jahren 27 Prozent.
Banken wehren sich gegen den Trend: Sie reduzieren Geldautomaten (Russland fiel 2025 auf den Stand von vor 15 Jahren zurück – ca. 139.000) und Filialen (2025 Rekordschließungen, allein Sberbank minus 900). Es gibt Tages- und Monatslimits für gebührenfreie Abhebungen. Behörden diskutieren „Abkühlphasen“ für große Barauszahlungen und Obergrenzen für Karten pro Pass.
Besonders in Regionen mit schwacher Bankeninfrastruktur (42 % Abheber) ist der Trend stark, in Großstädten nur 29 Prozent. Der Run auf Bargeld verstärkt sich paradoxerweise durch die Gegenmaßnahmen der Institute.

Dass sich der Run auf Bargeld verstärkt je mehr Restriktionen auf die Tagesordnung kommen, ist nicht paradox, sondern zeugt von gesundem Menschenverstand.
AntwortenLöschenWirklich dramatische Zustände in Rußland.
24 Prozent haben das Vertrauen in Bankdienste verloren. Und täglich werden es mehr, die endlich aufwachen.
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