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Dienstag, 27. Januar 2026

Russland erwägt Legalisierung von Online-Casinos

Russischer Finanzminister Anton Siluanow hat Präsident Wladimir Putin vorgeschlagen, die Legalisierung von Online-Casinos in Russland zu prüfen:

Das Finanzministerium schlägt vor, einen speziellen Betreiber zu schaffen, der mindestens 30 Prozent seiner Einnahmen aus dieser Tätigkeit abführen würde. Falls die Idee Unterstützung findet, könnten die Haushaltseinnahmen jährlich 100 Milliarden Rubel betragen. Der Umsatz des illegalen Segments von Online-Glücksspielen wird auf über drei Billionen Rubel pro Jahr geschätzt.

In einem Schreiben an den Präsidenten unterbreitet Siluanow Vorschläge zur Verbesserung der Regulierung des Glücksspielmarktes, wie Quellen berichten, die mit dem Inhalt des Briefes vertraut sind. Das Finanzministerium schlägt vor, das Verbot der Organisation und des Betriebs von Online-Casinos unter bestimmten Bedingungen aufzuheben. Dazu gehört die Bestimmung des Betreibers per Präsidialdekret auf Vorschlag der Regierung sowie die Einführung eines Wettenannahmesystems über ein zentrales Überweisungszentrum nach dem Vorbild der Buchmacher. Zudem soll eine Steuer von mindestens 30 Prozent auf die Einnahmen erhoben werden, abzüglich ausgezahlter Gewinne.

Die Steuerverwaltung soll durch die zentrale Regulierungsbehörde für Glücksspiel erfolgen. Das Finanzministerium besteht außerdem auf einer Altersbeschränkung von mindestens 21 Jahren. Die Bundeshaushalteinnahmen aus Online-Casinos würden nach Schätzungen des Finanzministeriums etwa 100 Milliarden Rubel jährlich betragen.

Der Online-Casino-Betreiber und die Regulierungsbehörde sollen mit Befugnissen zur Prävention von Spielsucht ausgestattet werden. Das Finanzministerium will gemeinsam mit den zuständigen föderalen Behörden, der Zentralbank und der Regulierungsbehörde zusätzliche Maßnahmen zur Blockierung illegaler Casino-Websites und zum Verbot von Geldüberweisungen an deren Betreiber ergreifen.

Vertreter der Wettbranche sehen die mögliche Legalisierung von Online-Casinos grundsätzlich positiv. Jurij Ermantraut von BetBoom bezeichnet dies als Schritt hin zu einem etablierten globalen Modell, bei dem verschiedene Spielbereiche die Branche stärken und zu deren Transparenz und Reife beitragen.

Das Volumen der Einlagen bei illegalen Online-Casinos wird derzeit auf bis zu zwei Milliarden US-Dollar pro Monat geschätzt. Dies bedeute einen Verlust zweckgebundener Abgaben in Höhe von 2,25 Prozent der Einlagen, also etwa 600 Millionen US-Dollar oder rund 50 Milliarden Rubel jährlich, die für die Entwicklung des nationalen, Jugend- und Breitensports in Russland verwendet werden könnten, erklärt Jurij Krasowskij von Liga Stawok.

Bei der Umsetzung der Legalisierung müssten allerdings die damit verbundenen sozialen Risiken, insbesondere die Entwicklung von Spielsucht, berücksichtigt und minimiert werden, betont Wassilij Rij von der Vereinigung zum Schutz der Rechte von Glücksspielteilnehmern. Casino-Spiele würden traditionell weitaus mehr Teilnehmer anziehen als andere Formen des Glücksspiels. Notwendig seien ein einheitlicher Betreiber, Kontrolle der Werbekanäle, Risikoprofile für Spieler sowie Limits für Wettsummen und Verweildauer auf der Website. Die Legalisierung von Online-Casinos sei ein Instrument gegen den illegalen Markt, aber nicht das einzige. Die Praxis in vielen Ländern zeige, dass ohne angemessene staatliche Kontrolle die Wirkung kontraproduktiv sein könne.

1 Kommentar:

  1. Gute Idee. Zocker unter Kontrolle. Ja, bitte. Wer Geld zum zocken hat, kann auch was dem Staat geben, in dem er leben und zocken darf.

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