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Mittwoch, 14. Januar 2026

Wenn Geburt zum Albtraum wird: Russlands Kreißsäle

Liebe Freunde! Seit zwei Tagen reißt der Strom an Briefen und Nachrichten nicht ab, die mich aus verschiedenen Regionen Russlands erreichen, schreibt die Journalistin Marina Achmedowa zum russischen Top-Thema der letzten Tage und fährt fort:

Darin berichten Frauen von ihren qualvollen Geburten, von der Behandlung durch das medizinische Personal – und es offenbart sich ein weiteres Problem, das für viele längst kein Geheimnis mehr ist. Die Frauen schildern ihre martervollen "kostenlosen" Geburten, bei denen sie völlig alleingelassen wurden, weder Ärzte noch sonstiges Personal zu ihnen kamen. Und wenn das Kind mit gesundheitlichen Problemen zur Welt kam, versuchte man, den Frauen die Schuld zu geben – sie seien selbst ungesund und "können nicht gebären".

Eine Frau, die in Sankt Petersburg entbunden hat, schreibt: "Infolge der Wehenstimulation durch Tropfinfusion zeigten sich alle Anzeichen der Geburt. Doch die Ärztin untersuchte mich, sagte, es würde noch lange dauern, und ging in die Mittagspause. In diesem Moment begannen die Wehen bereits, und ich schrie durch den ganzen Flur. NIEMAND kam zu mir. Mir war völlig klar, dass bereits die Presswehen einsetzten, man konnte schon das Köpfchen sehen, aber es war niemand da, um es zu empfangen und aufzufangen. Ich versuchte, die Geburt meines Babys hihinauszuzögern, und verstand nicht, dass ich dabei seinen Kopf zusammendrückte. Wie groß war mein Erstaunen, als ich erfuhr, dass vor der Zimmertür die ganze Zeit eine Krankenschwester gesessen hatte. Sie hatte die Ärztin angerufen und mitgeteilt, dass ich schon seit einer Stunde schrie, und gefragt, wie sie mich zum Schweigen bringen könne. Die Ärztin wiederholte ihr, dass die Geburt noch lange nicht anstehe und man nicht darauf achten solle. Als die Ärztin dann selbst kam, um nachzusehen, geriet sie in Panik, rief sofort ein Team, und nach dessen Eintreffen wurde das Kind innerhalb von 10 Minuten geboren. Auf meine Frage, warum es blau sei, antwortete man mir grob, diese Frage solle ich mir selbst stellen – was ich mit ihm gemacht hätte und woran ich erkrankt sei. Das Kind kam mit einem Schlaganfall und einer Hirnblutung zur Welt. Ich sage ehrlich: Nach einer solchen Geburt wollte ich nie wieder gebären."

Viele Familien beklagen, dass man sie nicht zum Kaiserschnitt überwiesen habe, obwohl es dafür Indikationen gab, einschließlich des Alters der Frau. Und sie bemerken: Bei den Medizinern scheint es eine Vorgabe zu geben, Geburten bis zur natürlichen Entbindung durchzuführen. Doch nach einer solchen natürlichen Entbindung wollen viele Frauen nicht mehr gebären, um nicht wieder dieselben Qualen im Kreißsaal erdulden zu müssen. Allerdings – wenn Sie zahlen, dann können Sie auch per Kaiserschnitt und unter ganz anderen Bedingungen entbinden. Gegen Geld ist alles möglich. Man stelle sich diese Frauen aus kleinen Städten vor, die zur Entbindung in eine Provinzklinik gebracht werden, wo man ihnen von der Schwelle an grob begegnet, sie anschreit, ihre Schmerzen verlacht, nicht zu ihnen kommt. Hier in Moskau können wir noch etwas fordern. Aber dort schwören sich die Frauen nach dem ersten Mal einfach ab, jemals wieder ein Entbindungsheim zu betreten. Und manche treffen die riskante Entscheidung, zu Hause zu gebären, andere – überhaupt nicht mehr zu gebären. Es kann durchaus sein, dass die Zunahme gefährlicher Hausgeburten genau mit dieser Behandlung zusammenhängt. Und ich bin mir ziemlich sicher: Solange wir nicht die Frage der unterschiedlichen Behandlung von kostenpflichtigen und kostenfreien Gebärenden in den Regionen klären und die Entbindungsheime nicht zu Orten werden, an denen man neues Leben mit Freude empfängt, werden sich die demografischen Kennzahlen nicht verbessern.

5 Kommentare:

  1. So kann die Geburtenrate auch gesenkt werden, Bevölkerungsreduktion auf brutalste Weise.
    Gibt es denn in Rußland keine Hebammen, die Hausgeburten begleiten?

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    1. In Russland befinden sich Hausgeburten in einer rechtlichen Grauzone. Die Gesetzgebung verbietet Frauen nicht, zu Hause zu gebären, regelt diesen Prozess jedoch nicht angemessen.

      Wichtigste rechtliche Aspekte

      Recht auf Wahl des Geburtsortes. Die russische Verfassung garantiert das Recht auf Gesundheitsschutz und medizinische Versorgung, verpflichtet Frauen jedoch nicht formell, in einer medizinischen Einrichtung zu entbinden. Frauen haben das Recht, selbstständig Entscheidungen bezüglich ihrer Gesundheit zu treffen.

      Mangelnde Regulierung. Hausgeburten sind nicht in das System der obligatorischen Krankenversicherung einbezogen. Es gibt keine offiziellen Standards, Lizenzen oder staatliche Kontrolle über Hausgeburten mit Beteiligung von Fachpersonal.

      Risiken für medizinisches Personal. Wenn eine Hebamme oder ein Arzt bei einer Hausgeburt anwesend ist, handelt sie/er auf eigenes Risiko. Bei Komplikationen kann das medizinische Personal wegen unzureichender medizinischer Versorgung haftbar gemacht werden, da die häuslichen Bedingungen die Anforderungen für Geburtshilfe nicht erfüllen.

      Registrierung des Neugeborenen. Nach einer Hausgeburt ist es notwendig, ein ärztliches Geburtszertifikat zu erhalten. Dazu muss man sich an eine medizinische Einrichtung wenden, wo das Kind und die Mutter untersucht werden. Ohne ärztliches Geburtszertifikat registriert das Standesamt das Kind nicht.

      Rechtliche Verantwortung. Wenn die Geburt ohne medizinisches Personal stattfindet und Komplikationen auftreten, tragen die Eltern die volle Verantwortung für die Folgen. Bei einem ungünstigen Ausgang droht strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung.

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    2. Vielen Dank!!!
      Die rechtlichen Vorgaben sind dergestalt, dass Hausgeburten mit Angst gekoppelt sind und deswegen größtenteils gemieden werden.

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  2. Widerliche Weiskittel sogenannte Ärz Te.
    Menschliches Pack, verfluchtes. Selbst diese unsägliche unmenschliche Erfahrung in Westtäuschland ertragen müssen.
    Wochenendgeburt mit skandalöser medizinischer Betreuung.

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