Ein strategisch wichtiger Großflughafen – und die Eigentümerfrage blieb über Jahre ein ungelöstes Rätsel.
Schon 2014 erklärte das russische Ermittlungskomitees sinngemäß, man kenne die Eigentümer, aber die wollten keine sein. Eine Art wirtschaftliches Versteckspiel auf höchstem Niveau.
Nun soll die Aufklärung endlich gelungen sein: Der frühere Eigentümer Dmitri Kamenschtschik besitzt die israelische Staatsbürgerschaft und lebt in Tel Aviv. Auch Miteigentümer Wladimir Kogan soll dort leben. Der Blogger Sergej Koljasnikow kommentiert das mit gewohntem Sarkasmus.
Man muss sich diese staatliche Ermittlungsleistung einmal auf der Zunge zergehen lassen: 15 Jahre, um die Eigentümer eines der größten Flughäfen des Landes zu ermitteln. Nicht irgendeines Kiosks an der Landstraße, sondern eines strategischen Verkehrsknotenpunkts.
Die Sowjetunion schickte 1957 den ersten Satelliten ins All – nur zwölf Jahre nach dem Ende des verheerendsten Krieges der Geschichte.
Das moderne Russland brauchte 15 Jahre, um herauszufinden, wem sein Flughafen gehört.
Vielleicht sollte man künftig weniger Geld in Geheimdienste, Überwachung und Hochtechnologie stecken – und stattdessen einfach die Grundbuchabteilung fragen.
Oder, wie Koljasnikow sinngemäß vorschlägt: Konten sperren. Dann melden sich Eigentümer erfahrungsgemäß schneller als jede Ermittlungskommission.
Noch besser: nationalisieren. Ist ja eh niemandes.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Bitte machen Sie sich mit unseren Kommentierungsregeln vertraut.