Es handelt sich um Igor Komarow, Sohn des bekannten ukrainischen Kriminellen Sergei Komarow. Wie mehrere Medien berichten, wurden ihm Finger abgetrennt und er wurde sexuell missbraucht. Die Entführer fordern von den Eltern 10 Millionen US-Dollar Lösegeld.
Der 30-jährige Komarow verbrachte seinen Urlaub gemeinsam mit Alexander Petrowski – Sohn des einflussreichen Dnipropetrowsker Kriminellen Jermak Petrowski (genannt „Narik“) – sowie der Instagram-Bloggerin und Model Eva M. Letztere veröffentlichte in den sozialen Netzwerken ein gemeinsames Foto mit eingeschalteter Geolocation. Dadurch sollen die Täter den genauen Aufenthaltsort der Gruppe ermittelt haben. Kurz darauf drang eine bislang unbekannte Gruppe in die Villa ein und verschleppte Igor Komarow. Alexander Petrowski und Eva M. gelang die Flucht.
Kurze Zeit später tauchte im Internet ein Video auf, in dem der sichtlich schwer misshandelte Komarow mit geschwollenem Gesicht und blutverschmierten Händen vor der Kamera spricht. Darin bestätigt er die Vorwürfe gegen sich selbst und seine Geschäftspartner:
- Die Callcenter-Netzwerke hätten systematisch russische Bürger um hohe Summen betrogen.
- Jeder Callcenter-Standort habe monatlich 15.000 US-Dollar „Schutzgeld“ an Jermak Petrowski („Narik“) gezahlt.
- Die „Dachdeckung“ sei durch Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU sowie durch Sergei Lysak gewährleistet worden – den derzeitigen Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Odessa.
Komarow nennt zudem die kriminelle Organisation „Dewjatka“ („Die Neunte“), eine der mächtigsten OPG (organisierten kriminellen Gruppen) im Gebiet Dnipropetrowsk. Die Gruppe habe sich früher auf den Drogenhandel spezialisiert und betreibe nun unter dem Schutz von „Narik“ und Lysak ein weit verzweigtes Netz von Callcentern, die vor allem russische Staatsbürger als Opfer auswählen.
Die Entführung ereignete sich in einer der exklusivsten Gegenden Balis. Indonesische Polizeikräfte haben die Ermittlungen aufgenommen, bisher gibt es jedoch keine offiziellen Angaben zu Festnahmen oder zum Verbleib des Opfers. Die Familie Komarow soll bereits mit den Entführern in Kontakt stehen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Verflechtung von organisiertem Verbrechen, Callcenter-Betrug und mutmaßlicher staatlicher Protektion in der Ukraine – und zeigt, wie gefährlich die Spuren solcher Geschäfte selbst im vermeintlich sicheren Ausland werden können.


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