Wie schön war doch die Zeit, als man noch glauben konnte, dass Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wirklich schützt. WhatsApp, Signal, Telegram – alles sicher, alles privat, oder? Falsch gedacht. Die israelische Firma Paragon Solutions hat uns gerade mit einem unfassbaren OPSEC-Fiasko gezeigt, wie lächerlich diese Illusion mittlerweile ist, macht uns der russische Top-Blogger Sergej Koljasnikow auf die Nachrichtenbombe aufmerksam:
Reut Yamen, General Counsel und Chief Compliance Officer bei Paragon – also ausgerechnet die Dame, die für Recht und Compliance zuständig ist –, postete auf LinkedIn ein fröhliches Selfie vom Betriebsfest. Im Hintergrund? Ganz deutlich der Kontrollbildschirm ihrer supergeheimen Spionagesoftware Graphite. Kein geschwärztes Demo, kein Test-Screenshot – nein, ein echter Blick in die Seele der modernen Überwachung: eine tschechische Handynummer namens „Valentina“, live abgefischte Chats aus WhatsApp, Telegram, Signal, TikTok und mehreren anderen Messengern. Alles in Echtzeit, alles mit einem Klick.
Das Foto? Sofort gelöscht. Aber das Internet vergisst bekanntlich nichts. Skandalfotos kursieren inzwischen überall – auf X, Reddit, Instagram, in Sicherheitsforen. Danke, Frau Yamen, für den kostenlosen Deep-Dive in die Tools Ihrer Firma.
Was kann Graphite eigentlich so alles?
- Zero-Click-Exploits: Kein Klick, kein Öffnen eines Links nötig – einfach infizieren über iMessage oder andere Lücken.
- Vollzugriff auf verschlüsselte Chats in Echtzeit (ja, auch Signal und Telegram).
- Auslesen von Cloud-Backups.
- Geolocation-Tracking.
- Heimliches Einschalten von Mikrofon und Kamera.
Und das Ganze verkauft Paragon angeblich nur an „verantwortungsvolle“ Regierungen, die ja bekanntlich nie missbrauchen würden. Klar. Citizen Lab und Meta haben Graphite bereits bei Journalisten und Aktivisten in Europa nachgewiesen – Italien, Frankreich, wer weiß wo noch. Aber hey, es ist ja alles „ethisch“.
Die bittere Wahrheit lautet: Anonymität und Privatsphäre im digitalen Zeitalter sind passé. Dieser Zug ist abgefahren. Längst. Jeder, der heute noch ernsthaft glaubt, er könne sich mit Signal oder einem VPN vor staatlicher oder kommerzieller Massenüberwachung schützen, lebt in einer Parallelwelt. Graphite ist nur das neueste Symptom einer Entwicklung, die seit Pegasus nur noch schneller wird: Jede neue Verschlüsselung wird geknackt, jede neue Schutzmaßnahme wird umgangen, und die Firmen, die das Zeug verkaufen, posieren fröhlich mit ihren Opfern auf dem Firmenfoto.


..posieren fröhlich mit ihren Opfern auf dem Firmenfoto.
AntwortenLöschen"Komm auf meinen Telegramkanal, da sind wir sicher."
AntwortenLöschenAlarmglocken schrillten von Anfang an.
Das Schweizer Militär lehnte eine Zusammenarbeit mit Palantir ab.
AntwortenLöschen«Wir konnten anhand eines umfangreichen Dokumentenkorpus – das wir dank des Öffentlichkeitsgesetzes
AntwortenLöschenerhalten haben – eine Verkaufskampagne nachzeichnen während sieben Jahren. Palantir versuchte bei vielen
Bundesbehörden reinzukommen- und blitzte überall ab», schreibt Fiechter auf LinkedIn.
Danke für die erfreulichen Nachrichten, die natürlich nicht groß propagiert werden.
LöschenSchweiz passt auf sich auf. Die Volkszertreter der EUdSSR erdulden jede perfide Schweinerei.
LöschenRaspi mit minimal os vom rom und nur ramdisk, damit ist jeder reboot vollkommen clean von spyware.
AntwortenLöschenWurden die nicht auch gerade gehackt?
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