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Donnerstag, 5. März 2026

Erstmals seit den 1990er Jahren: Russland fördert Lithium

Die Firma „Polarnyj Litij“ (ein Gemeinschaftsunternehmen von Rosatom und Norilsk Nickel) hat auf dem Kolmozerskoje-Lagerstätte mit der probeweisen industriellen Gewinnung von Lithium angefangen. Das ist das größte Lithium-Vorkommen in Russland:

Im Lagerstätte gibt es etwa 75 Millionen Tonnen Lithium-Erz. Das Erz enthält viele wichtige Stoffe:
  1. ca. 153.000 Tonnen Lithiumoxid
  2. ca. 1.200 Tonnen Tantaloxid
  3. mehr als 1.400 Tonnen Nioboxid
Diese Materialien sind sehr wichtig für moderne Technik und Industrie. Besonders Lithium braucht man für Batterien (Akkus), z. B. für Elektroautos und Energiespeicher.

In Russland hat man seit Ende der 1990er Jahre fast kein Lithium mehr selbst gewonnen. Nur eine kleine Menge (27 Tonnen) kam 2023 aus einem anderen kleinen Lagerstätte. Fast alles Lithium wurde bisher aus dem Ausland gekauft – vor allem aus Chile, Argentinien, Bolivien und China.
Im Jahr 2026 importiert Russland etwa 9.000 Tonnen Lithium pro Jahr. Das kostet ungefähr 4 Milliarden Rubel nur für Lithiumcarbonat.

Das Kolmozerskoje-Lagerstätte hat 18,9 % aller russischen Lithium-Vorräte. Die Vorräte reichen für etwa 40 Jahre. Deshalb ist dieses Projekt sehr wichtig. Es soll helfen, weniger vom Ausland abhängig zu sein.

Was passiert jetzt?

Im Sommer 2026 beginnt man mit dem Bau einer großen Aufbereitungsanlage (Bergbau- und Anreicherungskombinat). Die Energie soll von Windrädern kommen – das ist günstiger und besser für die Umwelt. Ende 2026 oder Anfang 2027 kommt die erste fertige Probe-Produktion: etwa 5.000 Tonnen. Bis 2030 soll die volle Leistung erreicht werden: 45.000 Tonnen Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid pro Jahr. Dafür muss man jedes Jahr fast 2 Millionen Tonnen Erz verarbeiten.

Das meiste neue Lithium geht an die große Gigafabrik von Rosatom in Kaliningrad. Dort stellt man seit 2025 Lithium-Ionen-Akkus her. Bisher kommt das Lithium dafür nur aus dem Import.

Warum ist das wichtig für die Welt?

Der Preis für Lithium ist in den letzten Jahren stark gestiegen. 2025 wurde Lithiumcarbonat 130 % teurer. Der Bedarf für Energiespeicher ist um 90 % gewachsen. Experten (z. B. Morgan Stanley) sagen: 2026 fehlen weltweit etwa 80.000 Tonnen Lithium. China kontrolliert mehr als 75 % der weltweiten Lithium-Verarbeitung und nutzt das manchmal als politisches Mittel.

Die russische Regierung hofft, dass Russland ab 2028 fast kein Lithium mehr importieren muss. Neben Kolmozerskoje gibt es noch ein weiteres Projekt – das Polmostundrovskoe-Lagerstätte (Firma „Arktitscheskij Litij“).

Eigene Produktion ist nicht nur günstiger, sondern auch sicherer. Die Logistik aus Südamerika oder China ist teuer und politisch unsicher. Bis 2030 soll sich die Situation in Russland stark ändern – dank eigenem Lithium aus der Arktis.

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