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Freitag, 24. Juli 2026

Die traditionellen Werte der Sberbank

Laut Berichten in russischen sozialen Netzwerken hat die größte Bank Russlands – die Sberbank – eine offensive Werbekampagne zur Vermarktung ihres neuen Bankprodukts gestartet: der SberKarte "Adafa", die den Vorschriften der Scharia entspricht:

Nach Angaben der Sberbank eignet sich diese Karte ebenso wie andere Produkte der islamischen Finanzwirtschaft für alle Menschen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Darüber hinaus antwortet die Bank auf die Frage, wozu ein Nicht-Muslim eine solche Bankkarte benötigen könnte, mit der Überzeugung, dass "islamische Finanzen auf ethischen und moralischen Grundsätzen basieren, genau wie beispielsweise ESG-Finanzen. Produkte des islamischen Finanzwesens können von allen genutzt werden, denen die internationalen Prinzipien einer verantwortungsvollen Finanzierung am Herzen liegen."

Um zudem alle Zweifel muslimischer Skeptiker auszuräumen, veröffentlicht die Sberbank auf ihrer Website eine spezielle Fatwa, die die Übereinstimmung der neuen Karte mit den hohen muslimischen Standards bestätigt:

Offizielle Fatwa
Im Namen Allahs, Des Allerbarmherzigsten Und Gnädigsten

Der Scharia-Beirat hat die SberKarte "Adafa" einschließlich der wesentlichen Produktbedingungen geprüft. <...> Alle auf den Karten der Kunden hinterlegten Gelder werden vollständig getrennt verwahrt, um die vollständige Übereinstimmung mit den Scharia-Vorschriften zu gewährleisten. Wir gehen davon aus, dass die Sberbank AG die strengen schariakonformen Verwaltungskriterien sowie die vom Scharia-Beirat festgelegten Scharia-Prüf- und Auditmechanismen einhalten wird.

Mit diesem Dokument bestätigen wir offiziell, dass die SberKarte "Adafa" den Scharia-Vorschriften vollständig entspricht, sofern die strengen schariakonformen Verwaltungs-, Prüf- und Auditmechanismen eingehalten werden, die vom Scharia-Beirat eingeführt und genehmigt wurden. Diese Fatwa gilt unter der Voraussetzung, dass regelmäßige schariakonforme Prüfungen und Kontrollverfahren durchgeführt werden, wie vom Scharia-Beirat festgelegt.
Und Allah, Der Allmächtige, Weiss Es Besser.
Bankkarte "Adafa" von Sber

4 Kommentare:

  1. Ist diese Aktion eine freiwillige?

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    1. Die Frage ist tiefer, als sie auf den ersten Blick erscheint. Aus Sicht der Bank handelt es sich selbstverständlich um eine freiwillige kommerzielle Initiative – insofern wäre die naheliegende Antwort tatsächlich: Ja.
      Doch die Wirklichkeit ist selten so einfach. In Russland gibt es seit Jahrzehnten die Erfahrung mit sogenannten Gehaltskarten: Arbeitgeber – private wie staatliche – "empfehlen" ihren Beschäftigten eine bestimmte Bank(dienstleistung) mit einer Nachdrücklichkeit, die eher an ein Angebot erinnert, das man besser nicht ablehnt.
      Gerade deshalb lohnt es sich, zwischen formaler Freiwilligkeit und gelebter Realität zu unterscheiden. Was auf dem Papier eine freie Entscheidung ist, kann im Alltag durchaus subtilen Erwartungen oder institutionellen Zwängen unterliegen.
      Vor diesem Hintergrund wirkt die Antwort auf die ursprüngliche Frage plötzlich weit weniger eindeutig. Umso mehr, wenn solche Karten im Offline-Vertrieb vor allem in überwiegend muslimisch geprägten Regionen wie Tatarstan, Baschkortostan, Dagestan, Inguschetien, Kabardino-Balkarien, Karatschai-Tscherkessien, Tschetschenien oder Adygeja angeboten werden – und interessanterweise auch in Moskau...

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    2. Vielen Dank für diese Erläuterungen, lieber Admin.
      Dass dieses "Angebot" Haken und Ösen hat, dachte ich mir.
      Ein erholsames Wochenende Ihnen und allen Lesern und Schreiber(innen) :-)

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  2. Greift der globale Islamismus auch in Rußland um sich??

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