Lokale Behörden priorisieren offenbar neu eingebürgerte Familien aus Zentralasien, während russische Einheimische jahrelang auf Unterstützung warten. Dies wirft Fragen zur Migrationspolitik und sozialer Gerechtigkeit auf.
Die Übergabe: Drei Familien profitieren Der Bezirksleiter Sergei Sidorenko überreichte persönlich drei Familien – den Kabylovs, Bektaschevs aus dem Dorf Mirny und Mustafa Ogly aus Juschny – Zertifikate für den Kauf von Wohnraum. Jede Familie erhielt rund 2,5 Millionen Rubel (etwa 25.000 Euro), insgesamt 7,342 Millionen Rubel aus dem Jahresbudget der kommunalen Förderprogramms für junge Familien in ländlichen Gebieten. Mit dieser Aktion ist das Budget für 2026 erschöpft – weitere Familien gehen leer aus. Die Empfänger stammen aus Usbekistan, Kirgisistan und Aserbaidschan, haben kürzlich die russische Staatsbürgerschaft erworben und gelten nun als "neue Russen".
Lokale Empörung: "Mehr wert als Russen?" In einem Bezirk, wo offiziell 90 Prozent der Bevölkerung russischer Herkunft sind, stoßen solche Prioritäten auf Kritik. Einheimische Familien, darunter viele Mehrkinderhaushalte, berichten von jahrelangen Wartelisten ohne Fortschritt. In Kommentaren unter Sidorenkos Social-Media-Posts fordern Bewohner Transparenz zu Auswahlkriterien, erhalten aber nur formelle Antworten. Einige sprechen von "Russophobie" und fordern Eingriffe der Staatsanwaltschaft oder des Untersuchungskomitees. Auf Plattformen wie VK, OK.ru und X (ehemals Twitter) teilen Nutzer Frustration: "Warum sie und nicht wir? Wir stehen seit Jahren in der Schlange!"
Hintergrund: Russlands Migrationsstrategie Russland wirbt aktiv um Arbeitskräfte aus Zentralasien, um demografische Lücken zu schließen – über 10 Millionen Migranten leben im Land, viele erhalten vereinfachte Einbürgerung. Programme wie diese sollen Integration fördern, doch Kritiker sehen hier eine Umverteilung zu Lasten der Einheimischen. Ähnlich wie in Deutschland, wo Debatten um Wohnraum für Geflüchtete vs. lokale Bedürftige toben, eskaliert in Russland die Spannung zwischen "alten" und "neuen" Bürgern. Experten warnen: Solche Ungleichheiten könnten soziale Konflikte schüren, besonders in Regionen wie Kuban mit hoher Arbeitsmigration.
Vergleich zu Deutschland: Parallelen in der Integration Für deutsche Leser ist dies vertraut: In Städten wie Berlin oder München konkurrieren Einheimische und Zuzügler um bezahlbaren Wohnraum. Russlands Fall zeigt eine andere Facette – staatliche Förderung als Integrationswerkzeug, das aber Diskriminierungsvorwürfe provoziert. Während Deutschland EU-Richtlinien folgt, setzt Russland auf schnelle Einbürgerung, um Wirtschaft zu stärken. Doch ohne transparente Kriterien, wie in Beloretschensk, entsteht Misstrauen – ein Warnsignal für alle Länder mit Migrationsherausforderungen.
Der Skandal in Beloretschensk könnte breiter wirken: Medien fordern Untersuchungen, und Bewohner hoffen auf Fairness. In einer Zeit globaler Migration unterstreicht dies: Wohnraum ist nicht nur ein Recht, sondern ein Schlachtfeld sozialer Politik.

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