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Freitag, 20. Februar 2026

Moskauer Gebiet: Zurück zu den Ausnüchterungsräumen

Die Moskauer Gebietsduma hat Änderungen am regionalen Gesundheitsgesetz verabschiedet, die die Schaffung eines Netzes von Ausnüchterungsräumen im Moskauer Gebiet ermöglichen:

Den entsprechenden Gesetzentwurf, den Gouverneur Andrei Worobjow eingebracht hatte, billigten die Abgeordneten am 19. Februar 2026.

Gemäß den Änderungen soll Hilfe für Personen in Zuständen alkoholischer, narkotischer oder sonstiger toxischer Vergiftung in bereits bestehenden medizinischen Einrichtungen – Krankenhäusern und Polikliniken – geleistet werden. Der Bau separater Gebäude für Ausnüchterungsräume ist nicht vorgesehen. Wie der Vorsitzende des Ausschusses für Sozialpolitik und Gesundheitswesen der Gebietsduma, Andrei Golubew, erläuterte, werden die Leistungen von Ärzten erbracht; die genaue Liste der Einrichtungen wird durch eine Verordnung der Regierung der Region Moskau festgelegt.

Nach Prognosen der Behörden werden im Jahr 2026 etwa 10.000 Menschen die Ausnüchterungsdienste in Anspruch nehmen – ungefähr so viele betrunkene Bürger (10.300) wurden 2024 in regionale Krankenhäuser eingeliefert, jedoch nicht stationär aufgenommen, da keine medizinischen Indikationen vorlagen. Die stellvertretende Gesundheitsministerin des Gebiets, Olga Otdelnova, bezifferte die Kosten einer Ausnüchterungsleistung mit 1.461 Rubel. Bei diesem Volumen werden für den Betrieb der Ausnüchterungsräume im laufenden Jahr etwa 15 Millionen Rubel aus dem Gebietsbudget benötigt.

Die Regionen erhielten bereits 2020 durch ein Bundesgesetz das Recht, eigene Ausnüchterungseinrichtungen zu schaffen. Zu Beginn des Jahres 2026 existieren solche Einrichtungen bereits in etwa einem Drittel der Föderationssubjekte Russlands.

Historische Übersicht
Der erste Ausnüchterungsraum in der Sowjetunion wurde 1931 in Leningrad eröffnet. 1940 wurden diese Einrichtungen per Erlass des Volkskommissars für Innere Angelegenheiten Lawrenti Beria dem NKWD unterstellt. Damals wurde auch eine Gebühr eingeführt: 40 Rubel pro Tag in den großen Städten (Moskau, Leningrad, Kiew, Minsk, Tiflis, Baku) und 25 Rubel in den übrigen Orten – bei einem durchschnittlichen Arbeiterlohn von etwa 340 Rubel. Nach der Währungsreform 1961 wurde ein fester Satz von 5,50 Rubel festgelegt. 1990 gab es in Russland mehr als 1.200 Ausnüchterungsräume, bis 2006 hatte sich ihre Zahl etwa halbiert. Das System wurde 2011 abgeschafft, wird seit 2021 aber in modernisierter medizinischer Form wieder eingeführt.
Ausnüchterungsräume in Moskauer Gebiet

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