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Dienstag, 20. Januar 2026

Die ultimative Problemlösung: Bürger dürfen doppelt zahlen

Nachdem die Gelder traditionell veruntreut, „optimiert“ oder auf wundersame Weise verdampft sind, wenden sich russische Funktionäre in bewährter Manier an die bewährte Adresse: an die berühmte russische Chaljawá, also Umsonst-Leistung – in Form von freiwilliger Selbsthilfe und freiwilligem Portemonnaie:

So hat die Staatsduma-Abgeordnete und Vorsitzende des Bau- und Kommunalausschusses Swetlana Rasworotnewa in einem Geistesblitz der Volksnähe verkündet: Bloß keine Beschwerden über ungeräumten Schnee! Das führe doch nur zu Strafen gegen die Hausverwaltungen – und Strafen, so die Logik der Oberen, schmälern bekanntlich den ohnehin klammen Topf für Schneeräumer noch weiter. Fazit der weisen Volksvertreterin: „Beschwerden bringen neue Verluste – stattdessen sollten die Bewohner einfach zusammenlegen und zusätzliche Kräfte anheuern!“

Wer wird da schon glücklicher?, fragt Rasworotnewa rhetorisch in die frostige Winternacht hinein – offenbar niemand außer den bereits bezahlten, aber irgendwie trotzdem fehlenden Schneeschaufel-Kommandos.

Parallel dazu hat das Gesundheitsministerium des Permer Gebiets die nächste Stufe der kreativen Budgetentlastung erreicht: Man sucht händeringend unbezahlte Freiwillige für Krankenhäuser und Polikliniken. Auf der offiziellen Website erschien ein ergreifendes Dokument mit dem Titel „Monitoring des Bedarfs an freiwilliger Hilfe“. Darin listen zahlreiche Kliniken penibel auf, wo genau die helfenden Hände fehlen – von Call-Center-Agenten über Zertifikatsaussteller bis hin zu Assistenten im Stationsdienst.

„Bezahlt wird natürlich nicht – das ist ja ehrenamtlich!“, erklären die Beamten stolz. Immerhin: Die Initiative sei keineswegs neu, betonen sie eilig. Freiwillige hätten schließlich schon immer in Krankenhäusern gearbeitet. Nur dass man jetzt eben systematisch und ministeriell viele mehr braucht. Um die Ärzte von der lästigen Routine zu befreien. Und die Patienten von zu viel ärztlicher Aufmerksamkeit, vermutet der geneigte Leser.

So löst man heute die drängendsten Probleme des Alltags: Man erklärt den Bürgern höflich, dass sie ab sofort doppelt zahlen dürfen – einmal per regulärer Gebühr (die dann bekanntlich nicht ausreicht) und einmal freiwillig-extra.

Genial einfach. Und vor allem: kostenneutral für die Kasse. Bleibt nur die bange Frage: Wann kommt der Aufruf, freiwillig die eigenen Rentenbeiträge zu erhöhen, um die Rentenkasse zu entlasten? Die Bevölkerung wartet gespannt – Schnee-Schaufel und Stethoskop in der Hand.

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