Aus dem Informations- und Analyse-Überblick „Reaktion“ (u.a. Video) vom Chefredakteur der russischen Online-Zeitung „Katjuscha“, Andrei Tsyganow:
Russland erwacht langsam aus den ausgedehnten Neujahrsferien. Präsident Putin hat sich bisher öffentlich zurückgehalten, doch gestern tagte bereits der erste Sicherheitsrat – hinter verschlossenen Türen. Währenddessen legt der US-amerikanische „Erpresser-Opa“ Donald Trump ein atemberaubendes Tempo vor und handelt nach dem Motto: „Nimm alles, was nicht festgeschraubt ist.“
Venezuela ist bereits gefallen, Grönland steht unter massivem Druck. Die EU schickte symbolisch 30 Soldaten auf die Insel – sie fuhren mit einem Bus mit der Aufschrift „Grönland-Rundfahrt“ herum und wurden prompt wieder abgezogen. Nun rückt Iran ins Visier: Trotz Trumps Friedensbeteuerungen wird die US-Flottenpräsenz massiv verstärkt. Gleichzeitig terrorisiert er die kubanische Führung – kleine Särge mit Asche gefallener kubanischer Maduro-Kämpfer wurden zugestellt, parallel sickerten Geschichten über eine angeblich unwiderstehliche elektromagnetische Wunderwaffe durch.
Kanada, Saudi-Arabien, Mexiko und Nicaragua sollten sich warm anziehen – sie stehen als Nächste auf der Liste. Kanada wird zum „Inselstaat“ inmitten US-Territorien, sobald Grönland fällt. Saudi-Arabien wird bestraft, weil es zu viel Öl hat – und damit auch China beliefert. Die Lateinamerikaner will man brechen, weil sie die einzige echte demografische Bedrohung für das angelsächsische Regime darstellen: Bis zu 30 % der US-Bevölkerung haben lateinamerikanische Wurzeln.
Doch Erpressung allein reicht Trump nicht. Als echter US-amerikanischer „Glücksritter“ greift er zu allen Mitteln, um Geld von Dumpfbacken abzuziehen.
Gegen Russland hat er einen Fonds erfunden, der 220 Milliarden US-Dollar für angebliche zaristische Schulden fordert – ein absurder Vorgang aus jeder Perspektive. Rechtlich hat weder die Sowjetunion noch die heutige Russische Föderation jemals die Sukzession zaristischer Schulden anerkannt. Faktisch schulden die USA Russland ein Vielfaches: ungelieferte, aber bezahlte Artillerie-Munition von 1915, die den „Granatenhunger“ und den Rückzug an der Ostfront mitverursachte; Hunderte Milliarden in heutigem Goldwert, die die Bolschewiki über Schweden und Norwegen an Wall Street transferierten (siehe Anthony Sutton: „Wall Street und die bolschewistische Revolution“); riesige Konzessionen an britische und US-amerikanische Firmen in den 1920er Jahren, die Stalin erst mühsam in den 1930ern beendete; Billionen an Volkseigentum, das nach 1991 durch Jelzins Pfand-Auktionen und die heutigen westlich gesteuerten „Oligarchen“ geplündert wurde.
Für den Rest der Welt hat Trump eine neue Masche: den „Friedensrat“ unter seiner persönlichen Leitung – angeblich zur humanitären Hilfe im Gazastreifen, den Trumps Kumpel Netanjahu in die Steinzeit gebombt hat. Eintrittspreis: schlanke 1 Milliarde US-Dollar. Lukaschenko und Tokajew haben bereits unterschrieben. Putin bekam eine Einladung – Antwort steht noch aus. Doch der Andrang wird gewaltig sein: Bereits am Mittwoch spricht Trump in Davos, wo er vermutlich Dutzende neue „Aktionäre“ für sein neuestes Unternehmen rekrutiert – und Europa gleich noch einmal wegen Grönland bearbeitet, unter Verweis auf die angebliche russisch-chinesische Gefahr.
Grönland ist kein bloßes Rohstoffdepot. Es geht um Militärbasen und die Möglichkeit, ein raketenabwehrendes „Goldenes Dach“ über der westlichen Hemisphäre zu errichten – enorm wertvoll in einem künftigen Großkonflikt mit Russland.
Parallel läuft die Entmenschlichungskampagne gegen Russen auf Hochtouren: Bei der jüngsten Auschwitz-Gedenkfeier wurde Russland erneut ausgeladen – obwohl sowjetische Soldaten das Lager befreiten, und zwar von den Vorfahren jener, die heute in EU-Kommission und Europaparlament sitzen.
In Russland selbst dominiert weiter Krieg und Blackout. Gestern wurde erneut eine Umspannstation in Kursk getroffen. Gleichzeitig wird die Total-Digitalisierung vorangetrieben – direkt aus Davos, Weltbank & Co. verordnet. Präsident Putin billigte gestern den Vorschlag von Oreschkin und Grigorjenko, einen nationalen KI-Stab zu schaffen. Ziel: Künstliche Intelligenz flächendeckend in Gesundheit, Bildung, Verwaltung und Rüstung zu implementieren.
Russische IT-Experten wie Igor Aschmanow und Natalia Kasperskaja warnen seit Jahren: Tiefe neuronale Netze sind per Definition fehlerbehaftet – falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse lassen sich nie gleichzeitig eliminieren. Es handelt sich um ein ewiges Balancieren zwischen zwei Übeln. In sicherheitskritischen Bereichen ist das unverantwortlich. Wer haftet, wenn der „schwarze Kasten“ eine falsche Entscheidung trifft – über Leben, Recht oder Krieg?
Zitat von Natalia Kasperskaja:
„…Diese Systeme sind gaga per Definition. Null Fehler auf beiden Seiten gleichzeitig – unmöglich. In staatlichen Systemen, bei juristischen Entscheidungen, in der Medizin – das geht nicht. Ärzte machen auch Fehler, aber sie tragen Verantwortung. Wer haftet hier? Der Algorithmus? Die Entwickler schieben es auf die Betreiber, die Betreiber auf die Entwickler. Es ist ein schwarzer Kasten – das System entscheidet selbst, und niemand weiß wie.“
Dazu kommen die täglichen Morde: Wieder haben Tadschiken einen russischen Schüler getötet – ohne dass der Botschafter einbestellt oder Präsident Rahmon sich entschuldigt. In Petersburg startete ein Sechstklässler einen neuen Meme-Hit, indem er seiner Lehrerin erklärte, sie habe im Leben nichts erreicht, weil ihr Gehalt kleiner sei als sein Pimmel. Später entschuldigte er sich und wechselte aufs Homeschooling – doch die Aussage traf den Nerv: Sie spiegelt exakt die Haltung des russischen Staates zum Bildungssystem der letzten 30 Jahre wider – von Fursenkos „qualifizierten Konsumenten“ bis zu Schadajews „kein Geld für Lehrer, also KI in die Schulen“.
Es bleibt nur die Hoffnung auf ein Wunder – vor allem, weil seit Herbst 2025 Gerüchte über eine bevorstehende personelle Erneuerung in den Machtetagen kursieren. Sollten diese Gerüchte stimmen, kommt es darauf an, dass die neuen Entscheidungsträger vom russischen Geist und vom Glauben geprägt sind – und nicht bloße effiziente Manager im Dienst des Mammons.
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...im Leben nichts erreicht, weil ihr Gehalt kleiner sei als sein Pimmel."
AntwortenLöschenKeine Haare am Sack, aber nen Kamm in der Tasche, das Schülerlein.