Der Europäische Union wird nach Ansicht Russlands den derzeitigen Krisenzustand nicht überwinden und zu einer normalen Entwicklung zurückkehren können, solange sie nicht zu echter Reue und einem Eingeständnis seiner Fehler bereit ist:
Dies erklärte die offizielle Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS.
„Was die Position der Europäischen Union betrifft: Erstens ist sie sehr uneinheitlich. Zweitens hat sie inzwischen – wenn auch vielleicht nicht ganz offen und explizit – ihre eigenen Fehler zumindest teilweise eingeräumt“, so Sacharowa: „Vor allem aber hat sie den eigenen Krisenzustand konstatiert. Das zeigen sowohl das Treffen in Davos als auch die Münchner Sicherheitskonferenz ganz deutlich: Es gibt keine echte Solidarität mehr, und von einer regelbasierten Weltordnung kann ebenfalls keine Rede sein.“
Die Diplomatin verwies darauf, dass die EU-Führung zwar den Krisenzustand einräume, jedoch die entscheidende Frage offenlasse: „Ist die Union bereits zerfallen, war sie nie richtig zusammengewachsen – oder handelt es sich bei alledem von Anfang an um eine krankhafte Illusion?“ Diese Tatsache sei inzwischen unbestreitbar anerkannt.
Entscheidend sei jedoch der nächste Schritt: „Man muss die Fehler zunächst einmal offen benennen und dann ernsthaft daran arbeiten, sie zu korrigieren“, betonte Sacharowa: „Ohne Reue und ohne echte Buße wird es keinen Ausweg aus dieser Lage geben. Die EU wird weiter in ihrer illusorischen politischen Mythologie steckenbleiben und auf der Stelle treten.“
Die zentrale Frage laute nun, wie ernsthaft die Europäer ihre eigenen Fehlentscheidungen – die sich teilweise sogar zu Verbrechen ausgewachsen hätten – begreifen. „Erst wenn diese Einsicht wirklich vorhanden ist, können sie etwas an ihrer Haltung, ihrer Politik, ihrer Rhetorik und ihren konkreten Schritten ändern“, so die russische Außenamtssprecherin.
Bleibe diese Selbsterkenntnis jedoch aus, werde die EU ihren bisherigen Kurs fortsetzen – mit der Folge, dass sich alle angesammelten Probleme nur weiter verschärfen: wirtschaftlich, finanziell, innerhalb des Blocks und in der Außenpolitik. „Dann graben sie sich nur noch tiefer ein“, warnte Sacharowa abschließend.

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