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Mittwoch, 11. Februar 2026

Max als Zwangs-Messenger: Der nächste Schritt zur Totalüberwachung

Das russische Finanzministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Banken verpflichten soll, ihren Kunden alle SMS-Benachrichtigungen zusätzlich im nationalen Messenger Max zu schicken – auch wenn der Kunde das gar nicht will:

Der Entwurf wurde bereits im Januar zur Abstimmung an das Wirtschaftsministerium, das Industrie- und Handelsministerium, die Zentralbank und das Digitalministerium geschickt, schreibt die Zeitung Katjuscha. Laut einem Insider, der Interfax den Text zugespielt hat, geht es offiziell nur um „eine weitere Möglichkeit der Kundenbenachrichtigung neben SMS“. Die Pressestelle des Finanzministeriums bestätigte: Man diskutiere derzeit mit dem Bankensektor über das Duplizieren von Mitteilungen in Max.

Klingt harmlos? Ist es nicht.

In der Begründung zum Gesetzentwurf steht klipp und klar: Ziel ist die „Integration des nationalen Messengers als Mittel des Instant-Messaging in die Kommunikation zwischen Kreditinstituten und ihren Kunden“. Mit anderen Worten: Max soll zum offiziellen, quasi-staatlichen Kommunikationskanal zwischen Bank und Bürger werden.

Ja, es gibt ein formelles Widerspruchsrecht: Der Kunde darf ablehnen, dass Kopien der SMS auch in Max landen. Aber Achtung – dieser Widerspruch muss aktiv und schriftlich beim jeweiligen Kreditinstitut eingereicht werden, und zwar genau in der Form, die im Vertrag steht. Der Staat zwingt die Banken, Max zu nutzen; der Bürger muss sich aktiv wehren, um nicht mit drin zu sein. Das ist kein Opt-in, das ist ein verstecktes Opt-out – klassische Umkehr der Beweislast.

Wer immer noch glaubt, Max sei einfach nur „ein weiterer Messenger“, dem sei gesagt: Das Projekt wird seit Jahren nicht als normales Chat-Programm entwickelt, sondern als zentrale digitale Identitäts- und Spurenplattform. Es sammelt in Echtzeit:

- alle finanziellen Transaktionen,
- Standortdaten (wenn Geolocation aktiviert),
- Inhalte privater und geschäftlicher Korrespondenz,
- Interaktionen mit Behörden,
- Verknüpfung mit allen staatlichen Registern.

Max ist der geplante Ersatz für Pass, Führerschein, Sozial- und Steuernummer und vieles mehr – ein einziger digitaler Ausweis, der jederzeit widerrufen werden kann. Wer nicht spurte, bekommt den Zugang gesperrt – nicht nur zum Messenger, sondern faktisch zu einem wachsenden Teil des öffentlichen und finanziellen Lebens.

Genau das ist das wahre Ziel: lückenlose Profilierung, automatisierte Verhaltensbewertung und – bei „abweichendem“ Verhalten – soziale und finanzielle Segregation. Schon heute testen Behörden Scoring-Systeme, die Einkäufe, Reiserouten, Kontakte und Chat-Inhalte gewichten. Wer morgen als „risikoreich“ eingestuft wird, darf vielleicht kein Darlehen mehr bekommen, keine Wohnung mieten, kein Ticket kaufen – alles per Knopfdruck im Hintergrund.

Die Abschaffung der Wahlfreiheit ist bereits im Gange: erst freiwillig, dann „empfohlen“, dann verpflichtend mit Ausstiegs-Hürden. Jeder, der sich jetzt noch einredet „mich betrifft das nicht“, unterschätzt das Tempo.

Ob dieser Plan gelingt, hängt nicht von Finanzministerium oder Zentralbank ab. Er hängt davon ab, wie viele Bürger sich weigern, stillschweigend mitzumachen.

Noch ist es Zeit, Nein zu sagen. Noch.

1 Kommentar:

  1. Das schwappt von China über RU nach Westen. So, wie der Westen selbst das schon sehr lange verlogen und verdeckt handhabt.

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